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Japan aktuell: Zwischenfall an Fukushima-Kran geklärt

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AKW Fukushima: Blick auf den abgelegten Kranausleger (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf den abgelegten Kranausleger im September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf den abgelegten Kranausleger (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf den abgelegten Kranausleger (Foto: TEPCO)

Nachdem zuletzt bauliche Risiken an Wassertanks das Thema waren, ist ein Kran am AKF Fukushima heute erneut von Interesse.

Daneben geht es aber auch um den Fischfang in der Präfektur und Neustart-Gespräche die der Betreiber des AKW Fukushima aktuell für eine seiner Anlagen erreichen will.

Jenseits der Fukushima News geht es auch um das Gedenken an die Katastrophenopfer. Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. September 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Mögliche Ursache für Zwischenfall an Fukushima-Kran bekannt
  • Fukushima-Fischer wollen Testfang wieder aufnehmen
  • Radioaktives Fukushima-Wasser soll diskutiert werden
  • TEPCO will AKW-Neustartgespräche mit Präfektur Niigata führen
  • Gebete für Katastrophenopfer nach Herbst-Tagundnachtgleiche

Mögliche Ursache für Zwischenfall an Fukushima-Kran bekannt: Am 5. September war es zur Schieflage eines ferngesteuerten Kranauslegers gekommen, der sich wegen Räumarbeiten über dem Reaktorgebäude 3 befand (Spreadnews berichtete am selben Tag)

AKW Fukushima: Gewinde am Kran (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gewinde am Kran (Foto: TEPCO)

In Folge leitete TEPCO dann Maßnahmen ein, den Ausleger zunächst vom Reaktorgebäude wegzudrehen und dann herabzulassen (Spreadnews berichtete am 10. September).

Der Betreiber hatte erklärt, bei dem weiterhin stehenden Stahlkonstrukt des Krans handele es sich um keine Gefahr für die Anlage, da der Kran bereits mehreren Nachbeben standgehalten habe.

Jetzt gab TEPCO erste Ergebnisse darüber bekannt, welche Ursache der Zwischenfall hatte und welche Hintergründe dazu beitrugen.

Ablauf: Demnach könnte eine Winde, die ein Drahtseil des Auslegers bewegt, ursächlich gewesen sein. Zwar wird die Winde hydraulisch bewegt und verfügt auch über eine Bremse, die beim Abfallen des Hydraulikdrucks ein weiterlaufen der Winde verhindern soll. In der Ruheposition des Auslegers ist dieser Mechanismus standardmäßig aktiv.

Allerdings habe man festgestellt, dass sich die Anschlussstücke der Schraubverbindung gelockert hatten. Einige seien auch beschädigt worden.

Als Folge davon sei es zum Nachlassen der Spannung des Abspannseils gekommen. Dadurch wurde der Ausleger nicht mehr ausreichend gehalten, so dass eine plötzliche Belastung des Hauptmastes eintrat und der Bruch oberen Bereich des Mastes erfolgte. Ergebnis war das Herabhängen des Auslegers, das von Angestellten bemerkt wurde.

Gegenmaßnahmen: TEPCO erklärte, man habe bereits Maßnahmen ausgearbeitet, um die Wiederholung eines derartigen Zwischenfalls ausschließen. Zum einen werde man Schraubverbindung durch eine neue ersetzen. Vor Beginn werde man nun kontrollieren, dass es keine Lockerung gebe und der Bremsmechanismus der Winde aktiv sei.

Diese Schritte werden der Liste täglicher und monatlicher Kontrollen hinzugefügt.

Sonstige Faktoren: Die möglichen Faktoren, die zur eigentlichen Ursache beigetragen haben könnten, wie etwa Materialfehler, das gleichzeitige auftreten mehrerer Fehler, oder eine Überlastung durch ungewöhnlich starke Vibrationen im Ausleger, wurde ausgeschlossen Die Inspektionen, Angaben des Herstellers, der bislang problemlose Betrieb und die weitere Faktoren lassen TEPCO zu dem Schluss kommen, das keiner der Punkte zutrifft.

Weiterbetrieb: Im Bezug auf den Weiterbetrieb des Krans wurde nach Angaben von TEPCO am 24. September eine Kontrolle durchgeführt, die den Vorgaben des Kontrollbüros für Arbeitsstandards folgte. Nach Ersetzung der beschädigten Teile der Konstruktion könne der Kran wieder in Betrieb genommen werden.

Fukushima-Fischer wollen Testfang wieder aufnehmen: Etwa einen Monat, nachdem der Austritt von radioaktivem Wasser ins Meer bekannt wurde und die Fischer daran hinderte, die geplanten Testfänge wieder aufzunehmen, sollen diese ab morgigem Mittwoch erneut anlaufen.

AKW Fukushima: Rekordwert bei kontaminiertem Fisch am 20. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Präfektur Fukushima: Fischer wollen Testfang beginnen (Foto: TEPCO)

Die Soma-Futaba-Fischereikooperative erklärte, da bei Tests von 100 Fischen und Fischereiprodukten in 95 Fällen kein radioaktives Material nachgewiesen konnte und selbst die kontaminierten Fische nur ein Zehntel des Grenzwerts von 100 Becquerel erreichten, sei der Fisch als sicher anzusehen. Aus diesem Grund wolle man nun den testweisen Fischfang wieder aufnehmen.

Außerdem hofft die Vereinigung, dass der Kraftwerksbetreiber TEPCO weitere Freisetzungen von radioaktivem Wasser verhindere und keine weiteren Probleme bereite. Eine andere Fischereikooperative der Stadt Iwaki kündigte für kommende Woche die Wiederaufnahme der Testfänge vor der Küste der Präfektur an.

Hierüber berichteten Kyodo und NHK.

Radioaktives Fukushima-Wasser soll diskutiert werden: Am heutigen Dienstag verständigten sich wichtige Mitglieder eines Unterhauskomitees für Wirtschaft, Handel und Industrie, am Frteitag eine Sitzung nachzuholen, die ursprünglich für Anfang September geplant war.

Unter anderem soll auch TEPCO-Präsident Naomi Hirose zu den Gesprächen beordert werden. Inhalt der Diskussion sind der tatsächliche Zustand und die Maßnahmen zur Bewältigung der Risiken bei der Lagerung von radioaktivem Wasser am AKW Fukushima Daiichi. Das meldet die Kyodo.

TEPCO will AKW-Neustartgespräche mit Präfektur Niigata führen:  Am Samstag hatte Kraftwerksbetreiber TEPCO erklärt, man werde keinen Antrag auf Sicherheitsprüfung der Neustarttauglichkeit der Reaktoren des AKW Kashiwazaki-Kariwa stellen, ohne zuvor die Erlaubnis der Präfekturleitung eingeholt zu haben.

AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Das AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

Hirohiko Izumida, Gouverneur der Präfektur Niigata, der als kritisch gegenüber TEPCO gilt hatte diese Ankündigung begrüßt.

Heute ließ der Atomkonzern dann erklären, der Präsident des Unternehmens werde sich am morgigen Mittwoch mit dem Gouverneur treffen. Der wahrscheinliche Grund dürfte die Bitte um Neustartgesuche für die Reaktoren 6 und 7 sein.

Der Elektrizitätsanbieter sieht sich steigenden Kosten durch die Bewältigung der Fukushima-Krise, die Entschädigung von Betroffenen und Brennstoffkauf für nicht-atomare Stromerzeugung, etwa in Wärmekraftanlagen, gegenüber. Eine schnelle Zustimmung von Izumida zu möglichen Neustartplänen gilt jedoch als unwahrscheinlich. Hierüber berichteten jiji und Kyodo.

Gebete für Katastrophenopfer nach Herbst-Tagundnachtgleiche: Am gestrigen ersten Tag der Woche der herbstlichen Tagundnachtgleiche besuchten Überlebende des Erdbeben und Tsunami vom 11. März 2011 die Gräber ihrer Angehörigen. Diese Zeit des Higan-e ist ein traditioneller buddhistischer Feiertag und findet im Frühling und Herbst statt.

Gedenken am Higan-e (Foto: sachidon8868 cc-by)
Gedenken am Higan-e (Symbolfoto: sachidon8868 cc-by)

Nachdem am Tag zuvor der Hausalter (butsudan) gereinigt wurde, folgt im Lauf der Woche das Opfer unterschiedlicher Reisklöße. Ein wichtiger Teil dieses Festes ist der Tempelbesuch und der Besuch an den Gräbern der Verstorbenen. So wurde auch in Ofunato (Präf. Iwate), der 414 Opfer des Tsunami gedacht.

.Neben den offiziellen Totenzahlen, gelten in Ofunato weitere 79 Personen noch offiziell als vermisst.

Auch früherer Einwohner der Ortschaft Namie (Präf. Fukushima) besuchten im Rahmen der Herbst-Tagundnachtgleiche (Aki Higan-e) ihren einstigen Wohnort, um für die Opfer des Tsunami zu beten. Im Rahmen des Grabbesuchs werden traditionellerweise zunächst der Grabstein und das Grab gereinigt, bevor Räucherwerk, Wasser und den Lieblingsspeisen der Verstorbenen geopfert werden.

Über den Besuch der Hinterbliebenen in den Katastrophenregionen berichteten Mainichi Shimbun und NHK.

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