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Japan: Alte Tsunami-Warnsteine retteten Leben

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Ein japanischer Tsunami-Stein
Alte Tsunami-Steine warnten vor Flutwellen
Ein japanischer Tsunami-Stein
Alte Tsunami-Steine warnten vor Flutwellen

In einem Land wie Japan, wo Tradition und Moderne so eng beieinander liegen,  kann es passieren, dass erstere nicht nur das Leben bestimmt, was etwa auf traditionell arbeitende Handwerker zutrifft – sie kann auch Leben retten.

Bereits frühere Generationen wussten um die Gefahr von Tsunami und wie man den Riesenwellen entkommt. So errichteten sie entlang der Küste zahlreiche „Tsunami kinenhi“ (Tsunami-Gedenksteine) mit Hinweisen, wie man sich im Falle einer solchen Naturkatastrophe zu verhalten hat.

Tsunami-Stein rettet Ortschaft

Auch bei der Ortschaft Aneyoshi steht ein solcher jahrhundertealter Wegstein mit der deutlichen Warnung: „Baut keine Gebäude unterhalb dieser Markierung„. Trotz des in Japan herrschenden Platzmangels hatte man beim Bau des Fischerorts diesen Hinweis berücksichtigt

Als der große Tsunami des Tohoku Erdbebens im März 2011 auf die Küstengebiete zurollte, traf er auch auf die kleine Ortschaft Aneyoshi mit insgesamt 30 Einwohnern – und die Wassermassen sollen einem Bericht der New York Times zufolge, 90 Meter vor der 600 Jahre alten Steintafel ihre kinetische Energie verloren haben

Dennoch gab es auch hier Todesopfer zu beklagen: Eine Mutter und ihre drei Kinder starben, als sie sich in einem Auto in Sicherheit bringen wollten und sich so außerhalb der traditionellen Schutzzone befanden.

Erdbebenstein wieder aufgefunden

Ein weniger altes Monument dieser Art wurde nun in der Ortschaft Otsuchi (Präfektur Iwate) wieder aufgefunden, nachdem die Wassermassen es, wie viele andere seine Art mitgerissen hatten. Wie die Mainichi Shimbun berichtet, hatte sich ein 73 Jahre alter Fischer an der Suche beteiligt und tatsächlich den etwa zwei Meter hohen Stein gefunden, rund 150km von seinem früheren Standort entfernt.

Dieser war nach dem Tsunami im Jahr 1933 aufgestellt worden und ermahnte den Leser mit Hinweisen wie „Wenn es ein Erdbeben gibt, bereite dich auf einen Tsunami vor“ und Sicherheitsratschlägen: „Kommt ein Tsunami, fliehe in höhere Gebiete„.

Auch Experten ziehen in Erwägung, dass möglicherweise weitere Ortschaften hättet gerettet werden können – wenn ihre Bewohner dem Ratschlag ihrer Vorfahren gefolgt wären.

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