Start Panorama Japan: Google Street View wegen psychischer Krise verklagt

Japan: Google Street View wegen psychischer Krise verklagt

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Die Aufnahmen von Googles 3D-Straßenpanoramadienst Google Street View können peinlich sein – etwa wenn man als Flitzer, beim urinieren im heimischen Garten oder bei Verhandlungen mit einer Dame des horizontalen Gewerbes fotografiert wird – nun hat ein Foto, auf dem nicht einmal Menschen zu sehen sind, Google eine Schadensersatzklage eingebracht.

Im aktuellen Fall geht es dabei um psychische Probleme durch die Aufnahmen von Unterwäsche, so geschehen in Fukuoka berichtet Japans Tageszeitung „Mainichi Shimbun“.

Dort hat eine namentlich ungenannte Frau, die an einer Zwangsneurose leidet, den Internetgiganten  auf eine Schadensersatzsumme von 600.000 Yen (umgerechnet ein Betrag von ca. 5.430 Euro) verklagt, da die Darstellung der öffentlich an der Wäscheleine trocknenden Kleidungsstücke ihr Krankheitsbild verschlimmert habe.

Nach Schilderung der Frau habe sie die Aufnahme im Frühling diesen Jahres bemerkt, als sie mit Google Street View das Appartment in dem sie zu diesem Zeitpunkt lebte, von außen betrachten wollte.

Der obsessive Gedanke, sie würde nun überall heimlich von Google beobachtet und von Kameras aufgenommen verstärkte den bestehenden Leidensdruck der Betroffenen, so dass ihre Arbeitsstelle in einem örtlichen Krankenhaus gekündigt wurde und ein Umzug in ein neues Apartment erfolgte.

„Ich hätte es verstanden, wenn es lediglich eine Aufnahme der Außenseite des Gebäudes gewesen wäre“, wird die Frau zitiert, „aber die aufgehängte Wäsche einer Person zu zeigen, ist einfach falsch“. Sie habe zudem panische Angst, Opfer eines Sexualdeliktes zu werden.

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