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Japan: Mit Tradition gegen die Katastrophe

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Onigiri: Reisball mit Nori-Alge. (Foto: KJ)
Onigiri: Der Reisball mit Nori-Alge. (Foto:Copyright by KJ)
Onigiri - Reisball mit Nori-Alge
Unterschätzter Helfer: Der Reisball. Foto: KJ

Angesichts der Naturkatastrophen die Japan heimsuchten, von Erdbeben und Tsunami, kapitulierte vielerorts die modernde Technik und so besannen sich einige Japaner auf ihre Traditionen, mit denen bereits frühere Generationen so manches Unglück überstanden hatten.

Onigiri: Zu den unterschätzten Helfern in schwierigen Zeiten gehört definitiv der  „Onigiri“ genannte Reisball.

Die Bilder, wie freiwillige Helfer gemeinsam Onigiri formen, um sie den vielen Obdachlosen in den Notunterkünften zukommen zu lassen, gehen um die Welt. Doch wieso ausgerechnet diese meist dreieckig geformten Reisbälle und nicht etwas anderes?

Zunächst einmal sind sie die ideale Verpflegung: Bereits im Mittelalter nahmen Reisende sie mit. Die Umeboshi, eine eingelegte Art japanischer Aprikose, die sich meist im Inneren eines solchen Reisballs befindet, hat durch ihre Säure konservierende Eigenschaften und verhindert, dass das Onigiri zu schnell verdirbt.

Da sie leicht herzustellen sind, können sie schnell und in großer Stückzahl gefertigt werden – während der Zeit des Zweiten Weltkriegs bestand ein großer Bestandteil der Verpflegung der Bevölkerung aus diesen Reisbällen. Durch die Kombination von Kohlenhydraten des Reises und den Vitaminen der Umeboshi wird ein solches Onigiri zum sättigenden Energielieferanten.

Gelegentlich sieht man Onigiri die in getrocknete Nori-Algen eingewickelt sind – neben dem zusätzlichen Geschmack. bieten sie zusätzlich wertvolle Mineralien.

Zum anderen gehören Onigiri einfach zum Leben der Japaner. Man kann sie fertig abgepackt in Supermärkten und Läden kaufen, oder die Hausfrau gibt sie ihrem Ehemann als „Bento“ in einer speziellen Form von Lunchbox mit auf den Weg – es hat einfach etwas familiäres einen Onigiri zu essen (und gemäß der makrobiotischen Ernährungslehre sind sie eine ausgewogene Mahlzeit – allerdings nur wenn sie mit unpoliertem, braunen Reis hergestellt werden).

Furoshiki-Geschenktücher. Foto: KJ
Attraktive Alltagshilfe: Furoshiki Foto: KJ

Furoshiki: Ein weiteres traditionelles Hilfsmittel aus alter Zeit, dass auch in der Not gute Dienste leistet ist das „Furoshiki“ genannte Allzwecktuch. Was zunächst nur wie eine attraktive Geschenkverpackung aussieht, erweist sich besonders für jene als Hilfe, denen kaum mehr geblieben ist, als sie am Leib tragen.

Der aus der Edo-Zeit (1603 – 1868) stammende Begriff als „Badetuch“ ergibt sich durch den Umstand, dass in öffentlichen Bädern die eigenen Kleidungsstücke in derartigen Tüchern verwahrt wurden.

Später wurde das Furoshiki dann zum Allzwecktuch und in der Tat lassen sich mit etwas Geschick alle möglichen Hilfsmittel hieraus falten – Kopftücher als Schutz vor der Sonne, Tragebeutel und Transporthilfen für sperrige Gegenstände.  Längst sind sie nicht mehr nur aus reissfester Seide hergestellt, mittlerweile gibt es Furoshiki auch aus vielen anderen Materialien wie etwa synthetischen Fasern oder Baumwolle.

Ob es nun die Wasserflaschen sind die in Tokyo aus Angst vor kontaminiertem Leitungswasser gekauft werden, oder die wenigen Habseligkeiten sind, die aus den Trümmern gerettet werden konnten – das Furoshiki nimmt all dies auf und leistet somit sowohl praktisch, als auch psychologisch eine Hilfe für die Hilflosen.

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