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Japan: Weitere Entwicklungen nach Erdbeben und Tsunami

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Karte zu Tsunami und Erdbeben nahe Sendai (Japan)
Japan aktuell: Neue Probleme in Krisengebieten

Japan ist in Aufräumarbeiten begriffen, es gilt die durch das so genannte Sendai-Erdbeben der Stärke 9,0 und den folgenden Tsunami zerstörte Infrastruktur und die Häuser wieder aufzubauen.

In Städten wie Tokyo kehrt zunehmend Normalität ein, Schnellzugstrecken und innerstädtischer Bahnverkehr wie etwa auf den Ringbahnen nehmen langsam wieder den Verkehr auf.

Liveticker: Atomare Zwischenfälle in ganz Japan:
Auf dem Gebiet des Atomkraftwerks wurden der gestern beschädigte Reaktor Fukushima 1 und der Reaktor Fukushima 3 mit einem Meerwasser-Borsäure-Gemisch geflutet. Die Regierung schließt auch im Reaktor 3 eine kleine Kernschmelze nicht aus. Die Lage bleibt weiter angespannt.

23:27 Strahlungsanstieg: Die Strahlenwerte bei Fukushima Daiichi überschreiten erneut das vorgeschriebene Limit

23:26 Die Stromeinsparungen im Nordosten Japans wurden verzögert. Tepco gab als Begründung den Bedarf an, der geringer als eingeschätzt sei. Ursprünglich für 6:20 geplant, wurden sie nun auf 10:00 Ortszeit verlegt

22:42 Die japanischen Behörden teilten der IAEA mit, die Werte um das Atomkraftwerk Onagawa gemessen wurden, hätten sich normalisiert. Die erhöhten Werte seien vermutlich durch radioaktive Partikel von Fukushima 1 entstanden.

22:33 Die Windverhältnisse sind, wie von der Wetterbehörde prognostiziert, günstig. Winde würden mögliche radioaktive belastung in Richtung Pazifik wehen.

19:42 Nach Angaben der WNN befindet sich das AKW Onagawa in einem der am stärksten von Tsunami betroffenen Gebiete und etwa 200 Überlebende hielten sich im Verwaltungsgebäude des Werks auf.

19:39 Die World Nuclear News (WNN) berichten über die Situation im Kraftwerk Onagawa. Der „technische Notfall“ war ausgerufen worden, als die strahlungswerte 21 microSv/Stunde erreicht hatten. Innerhalb von 19 Minuten sei der Wert wieder auf  10 microSv/Stunde gesunken. Die Tohoku Electric Power Copany meldet keine weiteren Probleme

18:49 Der Sprecher der Firma gab an, eine der Pumpen für Kühlwasser habe aufgrund des Tsunami versagt,  dann sei eine manuell abgestellt worden. Die verbliebene Pumpe arbeitete, die Temperatur würde wieder stetig fallen.

18:02 Die Betreiberfirma gibt an, die Kühlung des AKW Tokai arbeite, allerdings sind zwei der drei Dieselgeneratoren, die für den Betrieb der Kühlwasserpumpen zuständig sind, offenbar außer Betrieb. 

17:06- 17.09 Zwischenfall im Kraftwerk Tokai: Im AKW Tokai in der Präfektur Ibaraki, das von der Japan Atomic Power Company betrieben wird, ist das Kühlsystem ausgefallen. Das Atomkraftwerk Tokai liegt 120km nördlich von Tokyo und hatte sich beim Erdbeben am Freitag automatisch abgeschaltet

16:48 Goto erklärte, da der Reaktor Nummer drei von Fukushima Daiichi, wo aufgrund des steigenden Drucks eine Explosion droht,  mit einem speziellen Brennstoff Namens Mox (ein Plutonium- und Uranoxid-Gemisch) betrieben wird, wären die Folgen radioaktiven Niederschlags (Fallout) doppelt so stark wie sonst.

16:41 Masahi Goto, ein früherer Kraftwerksentwickler sagte, die Risiken seien schwerwiegender als zugegeben, ein Reaktor sei „hochgradig instabil“ gewesen. Es habe ein ernstes Risiko bestanden, dass bei einer Explosion radioaktives Material weit über die 20km Sperrzone hinausgelangen würde.

15:58 Wetterprognose positiv: Japans Wetterdienst gibt an, der Wind werde Sonntagnacht von Westen wehen und damit Teile der radioaktiven Belastung in den Pazifik blasen. Zuvor war der Wind aus dem Süden gekommen, was zu Besorgnis über eine verstärkte Belastung bewohnter Gebiete geführt hatte.

14:58 Das Kraftwerk Onagawa befindet sich in der Präfektur Miyagi, die mit am härtesten vom Erdbeben getroffen wurde. Ein Brand am Freitag war gelöscht worden. Von einem anderen Reaktor auf dem Gelände wurde Wasseraustritt berichtet.

14:53 Nuklearer Notstand im Kraftwerk Onagawa. Die IAEA berichtete, die Tohoku Power Company habe die niedrigste Stufe des Alarms im Kraftwerk Onagawa ausgerufen. Der Alarm war aufgrund erhöhte Radioaktivitätswerte ausgelöst worden. Man betreibe Ursachenforschung.

14:09 Kühlung von Reaktor 2 geplant: Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, nach den Reaktoren 1 und 3 bereitet sich die Betreiberfirma Tepco offenbar darauf vor, auch in Reaktor 2 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi Meerwasser zu pumpen.

13:53 Widersprüchliche Angaben: Offenbar hat Regierungssprecher Yukio Edano seine Aussagen über eine mögliche Kernschmelze in Reaktor 3 zurückgezogen.

12:10-12:11
Es gebe einen Fehler in einem Ventil im Reaktor 3. Es ist nicht klar, ob dies die Ursache ist, dass die Anzeige nicht den steigenden Wasserspiegel anzeigt. Der steigende Druck sei kein direktes Risiko, könnte jedoch später problematisch werden

12:07-12:08 Nach Angaben eines Regierungssprechers habe sich der Grad der Strahlung nicht erhöht. Man werde versuchen, den Druck in Reaktor 3 von Fukushima 1 zu verringern, er bestätigte das Risiko einer Explosion.

Unter dem Dach des zweiten Reaktors von Fukushima Daiichi (Fukushima 1) habe sich möglicherweise Wasserstoff gesammelt, es könne zu einer Explosion kommen, die jedoch keine Gefahr für die Sicherheit darstelle. Weitere Evakuierungen seien nicht nötig.

Sechs der insgesamt zehn Reaktoren von Fukushima 1 und 2 sind derzeit ohne Kühlung. Einige der Reaktoren beider Atomkraftwerke waren zur Zeit des Bebens nicht in Betrieb.

Rettung und Bergung

Dramatischer sieht es jedoch bei den weiterhin anhaltenden Rettungsarbeit in den vom Erdbeben und Tsunami unmittelbar betroffenen Gebieten wie der Präfektur Miyagi und dem Gebiet um die Stadt Sendai aus. Zwischenzeitlich wurden 1400 Notlager in fünf Präfekturen eingerichtet. Viele Gebiete sind überflutet, Trümmer erschweren die Suche nach Überlebenden und deren Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln.

 

22:21 Noch einmal wurde auf die ab Morgen geltende Stromrationierung hingewiesen. Auch Sehenswürdigkeiten wie der Tokyo Tower und die Rainbow Bridge werden weniger, oder gar nicht beleuchtet.

20:07: Erneut kündigten die drei Automobilkonzerne Toyota, Nissan und Honda an, ab Montag die Produktion an allen Standorten in Japan für unbestimmte Zeit einzustellen.

20:00 Die Rettungskräfte bemühen sich, zu tausenden von Opfern in der nordöstlichen Region Tōhoku zu gelangen. Nach Meldung des NHK warten in der Stadt Kesennuma 3400, in  Minamisanriku 2300 und  in Ishinomaki 3800. In der Präfektur Fukushima hindern überflutete Straßen die Helfer daran nach Sōma zu gelangen.

19:27 Historiendrama fällt aus: Es klingt kurios aber ein Zeichen der Bedeutung des Unglücks ist, dass das erste Mal seit dem Tod von Kaiser Hirohito im  Januar 1989 das Historiendrama „Go“ nicht Sonntag Nacht ausgestrahlt wird.

19:03 Schweres Nachbeben erwartet: Der nationale Wetterdienst meldete, innerhalb der nächsten drei Tage müsse mit einem weiteren, schweren Nachbeben der Stärke sechs gerechnet werden.

18:42 Hilfe aus aller Welt: Sogar die verarmte südafghanische Stadt Kandahar spendet 50.00 US-Dollar für die „Brüder und Schwestern“ in Japan. Es sei „für ein Land wie Japan nicht viel Geld“ erklärte Ghulam Haidar Hamidi der Nachrichtenagentur Reuters, die Bürger von Kandahar würden aber „ihre Wertschätzung ausdrücken“ wollen

17:27 Ein britischer Rettungsexperte erklärte die unterschiedliche Herangehensweise  bei Erdbeben und Tsunami: „Bei Tsunami stehen die Trümmer unter Wasser, dort überlebt niemand. Es macht nur noch Sinn, herausragende Gebäudeelemente zu durchsuchen„.

16:32 Tsunami-Warnung aufgehoben: Japans Wetterdienst hat alle Tsunami-Warnungen für die Pazifikküste des Landes aufgehoben. Seit dem großen Erdbeben waren die Warnungen langsam herabgestuft worden, dennoch wird geraten wegen der Nachbeben vorsichtig zu sein.

14:36 Dramatische Rettung: Ein Zerstörer der Marine-Einheiten der SDF rettetet 15km vor der Küste den 60 jahre alten  Hiromitsu Shinkawa aus der Stadt Minamisoma aus dem Wasser. Er hatte sich an einem Stück Dach festgehalten und mit einer selbst gemachten roten Fahne gewunken. Seine Frau sei fortgerissen worden, erzählte er.

13:59 Noriyuki Shikata aus dem Büro des Premierministers sagte gegenüber der BBC, Bewohner der Hauptstadt Tokyo oder anderer Städte der Kantō-Region, hätten keinen Grund, wegen des Zwischenfalls in Fukushima besorgt zu sein.

12:59
Der Stromdienstleister Tokyo Electrics kündigte nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo an, die Stromausfälle würden vermutlich noch bis Ende April andauern.

12:42 Einsatzkräfte: Informationen aus der Rede des Premierministers zufolge, sind neben 100.000 Truppen der Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) auch 2500 Polizeiteams, mehr als 1100 Rettungsdienstkräfte und 200 Medizinische Teams im Einsatz.

12:19 Japans Minister für Wirtschaft , Handel und Industrie spricht nun. Es werde ab Morgen deutlich weniger Strom zur Verfügung stehen. Er bat um Verständnis und Kooperation. 

12:12 Es sei schwierig, große Städte mit Gütern zu erreichen, so ein Regierungssprecher in einer Rede.

11:54 – 11:57 Der Premierminister führte weiter aus, es gäbe derzeit keine Aussichten auf eine schnelle Wiederherstellung der Stromversorgung in den nächsten Tagen, von den Ausfällen seien auch Krankenhäuser betroffen. Es handele sich um das härteste Geschehen der letzten 50 Jahre. Er rief das japanische Volk auf, ein „neues Japan“ zu schaffen.

11:52 Premierminister Naoto Kan berichtete, bislang habe man 12.000 Personen retten können.

11:48 Japans größer Hersteller von Instant-Nudelgerichten, Nissin, erklärte, man werde über eine Million Pakete in die betroffenen Gebiete im Nordosten schicken.

11:32
Der Fernsehsender NHK zeigt Bilder von Personen an einem Gymnasium in der Präfektur Miyagi die unter einem Schutzdach im Kreis um ein Holzfeuer stehen und sich zu wärmen versuchen. Daneben studieren sie die Listen mit Vermissten an der Wand des Gebäudes.

Todeszahlen: Auch die offizielle Zahl der Toten ist zwischenzeitlich gestiegen. Das Die Medien sprechen von 10.000 Toten. Es wird etwa eine ähnlich große Anzahl von Personen vermisst, da teilweise ganze Ortschaften ein Opfer der Fluten wurden. Das Staatsfernsehen NHK meldete um 19:21 1596 bestätigte Todesfälle..

Gegen 11:00 erklärte Naoto Takeuchi, Chef der Präfekturpolizei Miyagi: „Wir haben keine andere Wahl als mit der Gewissheit vor ort zu arbeiten, dass die Todeszahl unzweifelhaft in die zehntausende gehen wird.