Japan: Wissenschaftler arbeiten an Epilepsie-Frühwarngerät

Japan: Wissenschaftler arbeiten an Epilepsie-Frühwarngerät

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Artikelbild - EEG (Foto: pd)
Japanische Wissenschaftler arbeiten an Epilepsie-Vorwarnsystem (Symbolfoto: EEG, pd)

Epilepsie, das „Gewitter im Gehirn“ ist keineswegs selten, denn nach Angaben der Deutschen Epilepsievereinigung sind alleine in Deutschland etwa 500.000 Menschen wegen verschiedener Formen von Epilepsie in ärztlicher Behandlung. Neben der medikamentösen Therapie gibt es bereits mehrere technische Hilfsmittel für Betroffene.

Allerdings informieren Geräte wie ein Sturzmelder, oder eine so genannte Notfallstimme, vor allem die Helfer darüber, das ein Anfall aufgetreten ist – der Patient wird dagegen, je nach Krankheitsbild, weiterhin vom Anfall überrascht.

Diesen Mangel wollen japanische Wissenschaftler nun beheben, so dass die Universitäten Kyoto, Tokyo und Kumamoto, sowie die  Tokyo Medical and Dental University an einem gemeinsamen Projekt arbeiten.

Das Gerät

So begannen klinische Studien, um die Zuverlässigkeit eines neuen Geräts ermitteln zu können, das Patienten als Warnsystem bereits vor dem Auftreten des Anfalls warnen soll.
Das Gerät ist mit einer Länge von sieben Zentimetern und einer Breite von 5,5 Zentimeter sehr handlich und kann einfach am Körper getragen werden. Zusätzlich benötigt der Träger lediglich ein Smartphone.

Funktionsweise

Das Gerät wird mit zwei Elektroden in der Nähe des Schlüsselbeins befestigt und überwacht so die Herzfrequenzvariabilität (HRV). Treten dabei Muster auf, die vor dem Auftreten eines epileptischen Anfalls charakteristisch sind, werden die Daten an die Software auf dem Smartphone übertragen, dass dann einen Alarm auslöst und den Träger warnt.

In der gegenwärtigen Form kann die Vorwarnung zwischen 30 Sekunden bis zu mehreren Minuten betragen. Auf diese Weise könnten eventuell sogar Personen, die einen anbahnenden Anfall sonst nicht bemerken, rechtzeitig aufmerksam gemacht werden.

Pläne

Sollte das Gerät in der Praxis Anwendung finden, wäre es das weltweit erste Anfallwarnsystems auf Basis von HRV-Messungen. Schützende Maßnahmen könnten dann vom Patienten selbst getroffen werden. Wie Assistenzprofessor Koichi Fujiwara erklärt, müsse das Team weiter an einer Verbesserung der Genauigkeit des jetzigen Geräts arbeiten.

Als künftiges Anwendungsmodell sieht Fujiwara die Kombination mit dem Warnystem vor Verkehrsunfällen. Das Fahrzeug könne dann automatisch anhalten, sobald das System auffällige Messwerte ermittelt.

Menschen mit Epilepsie wären zudem oft nicht nur durch die Krankheit eingeschränkt, sondern hätten auch Angst vor dem plötzlichen Auftreten eines Anfalls, weshalb sie sich zum Teil nicht einmal aus der Wohnung trauen. Deshalb hoffe er, dass die Neuentwicklung auch zur Verbesserung der Lebensqualität beitrage. Hierüber berichteten japanische Medien.

 

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