Start Panorama Japanische Kunst im Internet: Sumi-e

Japanische Kunst im Internet: Sumi-e

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Totoro im Regen (copyright by AyameSakura61)
Totoro im Regen (copyright by AyameSakura61)
Totoro im Regen (copyright by AyameSakura61)
Totoro im Regen (copyright by AyameSakura61)

Das Tohoku-Erdbeben vom 11. März 2011, der damit  verbundene Tsunami und die Nuklearkatastrophe am AKW  Fukushima Daiichi lassen oft vergessen, dass es ein Japan jenseits der Katastrophen gibt.

Ein Land, dass seine Kunst und Kultur auf geheiss des Shogun über lange Zeit hin gegen jeden äußeren Einfluss abschloss, so dass es abgesehen von einer Enklave der Niederländer auf einer eigens aufgeschütteten Insel keinen Kontakt mehr zur übrigen Welt hatte.

Nach der Öffnung Japans hatte das zuvor abgeschottete Land einen ungeahnten Einfluss auf Europa.

Dies begann nicht erst mit dem  Siegeszug von Sushi-Lokalen in europäischen Hauptstädten im 20. Jahrhundert. Bereits ab den 1870ern hatte der Japonismus – die Nachempfindung japanischer Kunstwerke  – zu einer Begeisterung für das Land geführt.

So besaßen bedeutende westliche Maler wie etwa Vincent van Gogh Werke des japanischen Holzschnittkünstler Katsushika Hokusai und liessen sich von ihnen inspirieren.

Doch auch heutzutage schaffen japanische Künstler erstaunliches – und dabei ist es oft die Schlichtheit der Werke die dem erstaunten Betrachter zeigt, dass für den Japaner das  Wesentliche eines Kunstwerks im Weglassen unnötiger Dinger zu bestehen scheint.

Dabei müssen es nicht unbedingt anerkannte Meisterwerke wie die Bambuskunst von Iizuka Shokansai sein, der als „Ningen Kokuho“ (lebender Nationalschatz) geehrt wurde. Auch modernde  Interpretationen der japanischen Ästhetik, wie etwa die Keramikstücke von Aisaku Suzuki folgen den selben Grundsätzen.
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AyameSakura61 und das Sumi-e

Eine weitere traditionelle Kunst stellt AyameSakura61 den Betrachtern des Kunstportals deviantART vor. Bei ihr ist es die japanische Tuschemalerei – das Sumi-e -, die mit wenig mehr als Pinselstrichen von schwarzer Tinte ihre lebendigen Motive zu Papier bringt.

Dabei geht es keineswegs um grimmig dreinblickende Gestalten wie den Zen-Meister Bodhidharma (jap.Daruma), dessen wilde Erscheinung ein  beliebtes Motiv der vom Zen inspirierten Kunst ist. Auch beschränken sich ihre Tuschedarstellungen nicht auf Bambushaine und Kiefernwälder.

Stattdessen finden sich bei ihr auch zeitgemäße Szenen mit populären Charakteren aus den Anime genannten Zeichentrickfilmen von Hayao Miyazaki.

Totoro im Regen (c) by AyameSakura61
Totoro im Regen (Copyright: AyameSakura61)

Da wartet dann die humoristische Gestalt des Totoro schon mal grinsend unter einem Blatt den Regen ab und auch Prinzessin Mononoke findet ihren Weg auf das Papier der Künstlerin, die in Italien lebt.

Dabei erstaunt es immer wieder, wie es ihr gelingt, mit wenig mehr als schwarzer Tusche die unterschiedlichsten Grautöne hervorzubringen und ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Lediglich etwas rot und leichte Tönung akzentuieren in einigen ihrer Zeichnungen die Motive.

Das können der Künstlerin beschränkt sich jedoch nicht auf reine Tuschewerke, wie die erstaunlich lebensechten Protraits bekannter Personen wie Audrey Hepburn, die man trotz des Mangels jeder Farbe sofort an charakteristischen Merkmalen erkennt.

Auch colorierte, farbenfrohe Werke – die „Digital Drawings“ – finden sich in ihrem künstlerischen Repertoire, das sie mit bezahlten Auftragsarbeiten auch  interessierten Lesern zur Verfügung stellt.

Ihre Arbeiten finden sich in den Galerien auf deviantArt: http://ayamesakura61.deviantart.com/

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