Start Panorama Japanische Pop-Gruppe mit SS-Uniformen beim Sender MTV

Japanische Pop-Gruppe mit SS-Uniformen beim Sender MTV

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Geschockt reagierte das Simon-Wiesenthal-Center in Los Angeles, eine jüdische Organisation für Menschenrechte, auf ein Interview der populären japanischen Pop-Gruppe „Kishidan“ beim amerikanischen Musiksender MTV.

Die Jungs traten in Kostümen auf, die an die schwarzen Uniformen der SS erinnerten-drapiert mit Orden in Form des „Eisernen Kreuzes“ und typischen roten Armbändern.

In der ersten Erklärung von Sony Music Artists, dem Management der Band, hieß es, dass es sich bei den Kostümen weder um eine politische, noch um eine ideologische Aussage handle.

Mittlerweile hat das Management eine ausführliche Entschuldigung im Internet veröffentlicht. Die sechs Jungs seien eher dafür bekannt, sich wie Schuljungen in harmlosen Kostümen zu präsentieren.

Für die Simon-Wiesenthal-Organistation ist der Fall eindeutig. Viele japanische Jugendliche ignorieren die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und den damit verbundenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Geschichte, Traditionen und Kostüme

In japanischen Schulen wird bis heute nicht über Gräueltaten wie das Nanking-Massaker gesprochen und die Japaner neigen eher dazu, sich als Atombomben-Opfer zu betrachten, anstatt als Kriegstäter.  Demzufolge besteht gerade in der jüngeren Generation kein Bewusstsein für eine Kriegsschuld Japans.

Allerdings ist die Mehrzahl der japanischen Jugendlichen weder politisch noch religiös und eher an Mode, Trends und Lifestyle interessiert. Stilelemente verschiedener Herkunft werden kombiniert und zweckentfremdet, Hauptsache es ist gerade angesagt.

Da wird dann auch mal ein Knautsch-Buddha aus Gummi an die Tasche gehängt, ohne das als besonders blasphemisch zu empfinden (man stelle sich einmal vor, jemand würde sich hier ein pinkes Gummi-Kruzifix an den Rucksack heften)

„Kishidan“ hätte auch in Astroboy-Kostümen, oder als Gozdilla verkleidet auf die Bühne gehen können – für den jungen Japaner gilt: „erlaubt ist, was gefällt“ – auch wenn es nach allgemeinen Maßstäben befremdlich ist.

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