Start Aktuelles Japanische Wissenschaftler entwickeln Unterwäsche mit Epilepsie-Frühwarnsystem

Japanische Wissenschaftler entwickeln Unterwäsche mit Epilepsie-Frühwarnsystem

Neue Technologie kann Lebensqualität von Betroffenen verbessern

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Artikelbild - EEG eines Gehirns (Foto: pd)
Neue Technologie zur Epilepsie-Früherkennung (Symbolfoto: pd)

Die Frühwarnung vor epileptischen Anfällen, die durch Entwicklungen japanischer Forscher vorangetrieben wurde, war bereits 2014 ein Thema bei Spreadnews. Die damals entwickelte Technologie nähert sich nun der praktischen Anwendbarkeit.

Teams von Wissenschaftlern der Universitäten Kyoto und Kumamoto gaben gestern in der Stadt Kyoto bekannt, dass man ein Epilepsie-Frühwarnsystem entwickele, bei dem die Unterwäsche den Träger vor einem drohenden Anfall warnt.

Bei der Unterwäsche handelt es sich um ein Unterhemd des Textil-Herstellers Mitsufuji aus Seika, der unter dem rechtlich geschützten Markennamen „hamon“® so genannte Smartwear herstellt.

In den Brustbereich des Hemdes sind durch die Verwendung moderner High-Tech-Fasern  Elektroden eingearbeitet, so dass der Herzschlag der Person überwacht werden kann.

Sobald die Herzfrequenz ein Muster aufweist, dass typischerweise vor epileptischen Anfällen auftritt, wird eine Warnung an die dazu gehörende Smartphone-App gesendet und der Träger durch ein akkustisches Signal alarmiert.

Wie die Wissenschaftler mitteilten plane man, in fünf Jahren die Zulassung als medizinisches Gerät zu beantragen. Über die Bekanntgabe berichteten Präfekturmedien aus Fukushima.

Hintergrund

Die wissenschaftlichen Entwicklungen auf diesem Gebiet sind sicher auch eine Reaktion auf das tragische Verkehrsunglück vom April 2012, das sich in Kyoto ereignete.

Damals war ein 30 Jahre alter Mann trotz seiner bekannten Erkrankung als Fahrer mit einem Minibus unterwegs und hatte im Zuge eines Anfalls mehrere Fußgänger überfahren. Acht Menschen starben beim Unfall, darunter der Fahrer.

Sowohl seine Familie, als auch sein damaliger Arbeitgeber wurden im Februar 2014 zu einer Zahlung von 52 Millionen Yen an Hinterbliebene verurteilt.

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