Start Wirtschaft Japanischer Kamera-Konzern Olympus betrieb Bilanzfälschung in großem Stil

Japanischer Kamera-Konzern Olympus betrieb Bilanzfälschung in großem Stil

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Olympus-Reklame am Gebäude von Yodobashi Kamera in Tokyo Shinjuku (Foto: KJ)
Olympus-Reklame am Gebäude von Yodobashi Kamera in Tokyo Shinjuku (Foto: KJ)

Die japanische Miniaturisierung ist eine besondere Spezialität der japanischen Industrie und möglicherweise war es im übertragenen Sinne eine vergleichbare Fähigkeit, die den japanischen Hersteller Olympus dazu befähigte, über Jahre hinweg seine andauernden Verluste zu kaschieren und nach Außen hin klein zu halten.

Der so genannte Olympus-Skandal begann, als ausländische Medien Anfang November berichteten, das Unternehmen, das auf die Produktion optischer Geräte wie Kameras und Medizingeräte spezialisiert ist, habe öffentlich Bilanzfälschungen in großem Stil eingeräumt. Zuvor immer wieder aufgekommene Spekulationen diesbezüglich waren von Olympus stets zurückgewiesen worden.

Seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte Olympus mit Firmenübernahmen, darunter vier großen, die finanziellen Verluste des Unternehmens in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro kaschiert und die Bilanzen systematisch gefälscht.

Als Bauernopfer kann Manager Hideo Yamada und Vizepräsident Hisashi Mori gelten, die offiziell als Hauptverantwortliche präsentiert und daraufhin entlassen worden waren. Der gegenwärtige Verwaltungsratschäft  Shuichi Takayama wäscht dagegen bislang seine Hände in Unschuld und beteuert, er habe trotz seiner langjährigen Tätigkeit für das Unternehmmen nichts von den Bilanzfälschungen gewusst. Er sieht seinen Vorgänger Tsuyoshi Kikukawa als Mitverantwortlichen für den jetzigen Olympus-Skandal an.

Es bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich der Skandal ausweiten wird. Olympus selbst wurde sogar unterschwellig mit einem Ausschluss von der Börse in Tokyo gedroht, doch die Krise könnte weitere Kreise ziehen, denn in Anbetracht des japanischen Systems ist ein vergleichbares Vorgehen bei anderen Unternehmen durchaus denkbar.

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