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Jobabbau bei E.ON

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Der größte deutsche Energiekonzern meldet erstmalig seit Bestehen des Unternehmens einen Quartalsverlust. Als Grund für die sinkenden Erträge nannte der E.ON-Chef Johannes Teyssen den vorzeitigen Atomausstieg Deutschlands. Die Entscheidung der Regierung habe den Konzern im letzten Quartal stark belastet.

Am gestrigen Mittwoch gab Teyssen bekannt, dass E.ON als Folge der roten Zahlen nun den Stellenabbau von bis zu 11.000 Arbeitsplätzen prüfe. Betroffen sei vor allem die Verwaltung, die nach Aussage des Firmenchefs weniger wichtig sei als die Geschäfte.

Der drohende Personalabbau wurde von E.ON Betriebsrat und Arbeitnehmervertretern radikal kritisiert. Sie werfen dem Energiekonzern vor, nicht genug Initiative zu zeigen und andere Möglichkeiten als Stellenabbau in Betracht zu ziehen.

Zwar sind auch strikte Sparmaßnahmen beim angeschlagenen Konzern angedacht, doch auch betriebsbedingte Kündigungen konnte Teyssen nicht ausschließen. Bis 2015 will Teyssen jährlich 1,5 Milliarden Euro weniger ausgeben. Um dieses Ziel erreichen zu können, müssten Stellen gestrichen werden.

Im Fokus des Restrukturierungsprozesses stehen die Verwaltungsbereiche der deutschen E.ON Standorte in Hannover, Essen und München. Hier befürchtet die Belegschaft nun einen radikalen Stellenabbau. Die Arbeitnehmervertreter gehen gar von ganzen Schließungen der Standorte der Töchter E.ON Energie in München, E.ON Kraftwerke in Hannover und E.ON Ruhrgas in Essen aus.

Die Kommunikationspolitik des Managements ist schlecht, keiner weiß Genaueres, es gibt viele Spekulationen. Konkrete Zahlen oder Informationen zu den einzelnen Standorten wollte der E.ON-Chef bei der Präsentation der Halbjahresbilanz nicht nennen. Im Herbst solle darüber entschieden werden, wie genau die neue Personalpolitik aussehen soll.

Im Raum steht die Zahl von bis zu 11.000 weniger der weltweit 79.000 Arbeitsplätze. Die Gewerkschaft Ver.di kündigte Widerstand an. Gefordert wird ein verbindlicher Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen über 2012 hinaus.

In der Verwaltung beschäftigt E.ON weltweit 15.000 Mitarbeiter. Insgesamt hat der Versorger in Deutschland 35.000 Angestellte.

Nach Aussage des Unternehmens habe der Atomausstieg die Halbjahresergebnisse des Konzerns mit 1,9 Milliarden Euro belastet. „Im Zeitraum April bis Juni mussten wir mit einem bereinigtem Konzernüberschuss von minus 382 Millionen Euro erstmals in der Unternehmensgeschichte von E.ON einen Quartalsverlust ausweisen“, so Johannes Teyssen.

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