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Jüdisches Neujahrsfest steht vor der Tür

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Artikelbild - Rosch HaSchanah Gedeck von libyischer Tradition (Foto: pd)
Rosch HaSchanah Gedeck nach libyscher Tradition (Foto: pd)

Ist für die christlichen Abendländer die Zeit bis zum Sylvesterabend noch weit, bereiten sich jüdische Familien in aller Welt bereits jetzt auf Rosch HaSchana vor – das jüdische Neujahrsfest, dass am Ende des  29. Tags des jüdischen Monats Elul beginnt – nach dem gregorianischen Kalender diesmal auf den 25. September fällt – und das Jahr 5775 einläutet.

Doch vor dem Neubeginn gilt es, sich alter Dinge zu entledigen. So werden in Jerusalem dann auch die Gebetszettelchen aus den Ritzen der Klagemauer (Kotel) entfernt, in die sie während des vergangenen Jahres mit Wünschen und Gebeten gesteckt worden waren, um Platz für neue Bitten der Menschen aus aller Welt zu schaffen.

Da es nach jüdischer Tradition verboten ist, geschriebene Bitten oder Gebete zu zerstören, werden die Zettelchen in großen Säcken gesammelt und auf dem Ölberg begraben.

Doch das Alte will nicht immer widerstandslos dem Neuen weichen, so dass die israelische Polizei anlässlich des nahenden Festes nicht ohne Grund eine verstärkte Präsenz an dieser heiligen Stätte des Judentums zeigt – eine Maßnahme, die angesichts der heutigen Steinewürfe und feuern von Feuerwerkskörper auf dem Tempelberg, durch vermummte palästinensische Jugendliche ihre traurige Notwendigkeit beweist.

Nach dem Wunsch vieler Menschen soll es dennoch friedlich beginnen, handelt es sich doch um den ersten der drei Hohen Feiertage in Israel.

Zwar ist dieser Übergang auch eine Gelegenheit zur Kontemplation über das vergangene Jahr – doch natürlich ist der Anbruch des neuen Jahres auch eine Zeit der Freude über den Neubeginn. Dies spiegelt sich auch symbolisch in den zahlreichen Süßspeisen, wie etwa Honigkuchen, in Honig getauchte Apfelscheiben und süßem Wein, die ein „gutes und süßes“ Jahr bringen sollen.

Symbolisch ist zudem die Form des geflochtenen Weißbrots – soll im kommenden Jahr doch alles „rund laufen“.

Dem feierlichen Anlass angemessen, bestimmt die Farbe weiß den Neujahrsgottesdienst und findet sich daher nicht nur im Vorhang des Torah-Schranks, sondern auch in der Decke des Rednerpults, und dem Gewand des Vorbeters.

Möge es aber nicht nur ein festliches, sondern vor allem ein friedliches Jahr werden.

Schana Tova Israel – ein gutes Neues Jahr 5775

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