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Kachelmann-Prozess: dpa-Korrespondent vorläufig festgenommen

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Landgericht Mannheim
Landgericht Mannheim

Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur dpa (Deutsche Presse-Agentur) ist am Nachmittag vor dem Landgericht Mannheim vorläufig festgenommen worden. Angeblich soll der dpa-Korrespondent die Richter im Kachelmann-Prozess illegal belauscht und das Gespräch aufgezeichnet haben.

Der seit Prozessbeginn berichtende dpa-Korrespondent wies die Vorwürfe des Belauschens entschieden zurück und protestierte gegen die „massive Behinderung der Berichterstattung“.

Nach eigener Aussage des Journalisten habe er unwissentlich vor einem geschlossenen Fenster eines Raumes gestanden, in dem sich die Richter nach den Verhandlungen aufhielten und in sein Diktiergerät einen Radiobeitrag gesprochen.

Danach habe ein Richter der 5.Großen Strafkammer das Fenster geöffnet und den dpa-Korrespondenten beschuldigt illegale Gespräche aufzuzeichnen. Eilends herbei- gerufene Wachleute hätten ihn am fortgehen gehindert und Kriminalbeamte, die den Korrespondenten vorläufig festnahmen, beschlagnahmten das Dienst-Handy und das Diktiergerät.

Anschließend wurde der dpa-Korrespondent in ein richterliches Vernehmungszimmer geführt. Dort sollte er sein Dienst-Handy entsperren, um für die Richter relevante Daten preiszugeben.

Der Journalist lehnte dies jedoch mit dem Verweis auf Informantenschutz ab.
Am Nachmittag wurde der Korrespondent wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Chefredakteur der dpa, Wolfgang Büchner, zeigte sich empört und sagte:“ Das Vorgehen des Gerichts ist völlig unverständlich und unbegründet – ein Angriff auf die grundgesetzlich geschützte Pressefreiheit“.

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