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Kachelmann-Prozess: Freispruch für den Wettermoderator

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Landgericht Mannheim
Landgericht Mannheim

Das Landgericht hat Jörg Kachelmann am 44. Tag nach Prozessbeginn vom Vorwurf der schweren Vergewaltigung freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert. Damit blieb sie unter der regulären Haftstrafe von mindestens fünf Jahren. Die Staatsanwaltschaft begründete die gemilderte Strafforderung mit der Beeinträchtigung des Angeklagten durch die Medienberichterstattung.

Der Wettermoderator hatte in seiner Vernehmung vor dem Haftrichter und öffentlich immer seine Unschuld beteuert.

Die Richter folgten dem Antrag der Verteidigung. Die Richter des Mannheimer Landgerichts sahen es als nicht erwiesen an, dass der Wettermoderator seine langjährige Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt hat. Formal will die Staatsanwaltschaft in Revision gehen.

Nach dem Urteilsspruch gab es im Publikum einen Aufschrei und spontanen Applaus, der bisherige Angeklagte nahm das Urteil mit versteinerter Miene zur Kenntnis

Kachelmann wird nach diesem Freispruch zweiter Klasse für die erlittene Untersuchungshaft von 132 Tagen aus der Staatskasse entschädigt. Die Kosten des Verfahrens trägt ebenfalls die Staatskasse.

Jörg Kachelmann (52) kann als freier Mann den Gerichtssaal verlassen.

Reaktionen auf das Urteil:

Trotz der Kachelmann unterstellten Sexualpraktiken sehen die befragten Sadomasochisten keine Auswirkungen auf die Akzeptanz ihrer privaten Vorlieben, da diese nicht illegal sind und im zwischenmenschlichen Bereich stattfinden, so dass aus dem Einzelfall nicht auf eine gesellschaftliche Wahrnehmung geschlossen werden könne.

Dagegen zeigte sich Feministin Alice Schwarzer augenscheinlich unwohl mit dem Urteil, jedoch zunächst ohne direkte Kritik zu äußern.

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