Start Panorama Kachelmann-Prozess: Journalistenverband wehrt sich

Kachelmann-Prozess: Journalistenverband wehrt sich

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Gestern hatte Kachelmanns Strafverteidiger Johann Schwenn vor dem Landgericht Mannheim einen Antrag zur Durchsuchung der Redaktionsräume des Nachrichtenmagazins „Focus“ und der Zeitschrift „Bunte“ gefordert.

Mit der Sicherung der Datenträger und Schriftstücke versucht dieser entlastendes Material für seinen Mandanten Jörg Kachelmann zu bekommen.

Der Anwalt von Jörg Kachelmann warf beiden Magazinen vor, sie würden, zum Nachteil seines Mandanten das Verfahren negativ beeinflussen (Spreadnews berichtete).

Das Mannheimer Landgericht entschied am vergangenen Verhandlungstag zunächst nicht über Johann Schwenns Antrag. Auch die Staatsanwaltschaft wollte noch schriftlich dazu Stellung nehmen.

Heute wehrt sich der Deutsche Journalisten-Verband vehement gegen eine mögliche Razzia der beiden Verlage. Es würde sich dabei um einen Eingriff in die Pressefreiheit handeln, schrieb der DJV in einer Pressemitteilung.

Eine derartige Durchsuchungsforderung sei ein „gezielter Versuch, Journalistinnen und Journalisten einzelner Magazine zu „kriminalisieren“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten Verbandes Michael Konken.

Er forderte das Landgericht Mannheim auf, dem entsprechenden Antrag des Strafverteidigers nicht stattzugeben. Der Chefredakteur des „Focus“ Wolfgang Weimer und die „Bunte“ Chefredakteurin Patricia Riekel lehnen die Durchsuchung ihrer Redaktionsräume ab.

Außerdem wehrt sich Petra Riekel gegen den Vorwurf Schwenns mit der Berichterstattung des Magazins Einfluss auf den Kachelmann-Prozess genommen zu haben.

„Dass Journalisten über den Kachelmann-Prozess berichten, sei ihre Aufgabe. Dass sie es vielleicht auch besonders engagiert tun, ist Teil der Meinungsfreiheit“, so Michael Konken.