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Kachelmann-Prozess: Nur geringe Blutanhaftungen am Messer

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Die Hauptbelastungszeugin im Kachelmann-Prozess soll in der Nacht zum 9. Februar von dem ehemaligen Wettermoderator Jörg Kachelmann mit einem Messer bedroht und danach vergewaltigt worden sein. Er bestreitet weiterhin die Tat begangen zu haben.

Am heutigen 21. Verhandlungstag vor dem Mannheimer Landgericht hat auch ein Gutachter des Landeskriminalamts (LKA)  Baden-Württemberg nach der DNA-Analyse verschiedener Beweismittel, keine eindeutigen Beweise liefern können.

Zwar befänden sich am Messergriff der möglichen Tatwaffe Spuren, die dem mutmaßlichen Opfer zuzuordnen sind, aber auch eine geringere Spur, die auf den Angeklagten hinweist. Es handelt sich um eine so genannte „Mischspur an der Nachweisgrenze“

Dies könne auf die glatte Oberfläche des Messergriffs zurückzuführen sein, die zunächst vom Sachverständigen geäußerte Vermutung einer Beschädigung von Spuren bei der Spurensicherung, wurde vom Gericht durch ein Durchsuchungsprotokoll widerlegt.

Der Gutachter des LKA sagte:“ Wenn eine Person das Messer mehrere Minuten in der Hand gehabt hat, dann würde ich ein eindeutigeres Ergebnis erwarten“.

Zwar sei eine eindeutigere, „winzige Abtragung“ von Blut des angeblichen Opfers an der Klinge festgestellt worden, diese  erlaube jedoch keine definitive Aussage über den Umfang der Verletzung.

Neben dem Messer wurde auch ein Bettlaken mit Menstrualblut sowie Spermaspuren als Beweismittel herangezogen, diese sind zwar zweifelsfrei dem mutmaßlichen Opfer bzw Kachelmann zuzuordnen, jedoch ebenfalls kein klarer Hinweis auf ein Verbrechen. Auch auf einem braunen Strickkleid, dass die Ex-Freundin während der angeblichen Tat getragen haben soll, fand sich keine Beschädigung-somit auch kein Hinweis auf Gewalt.

Unterdessen gibt es eine weitere Zeugin in der Schweiz, die jedoch nicht vor einem deutschen Gericht aussagen will. Aus diesem Grund wird eine Befragung per Videokonferenz erwogen.“Es gibt keinen Sachbeweis dafür, dass die Aussage der Nebenklägerin richtig ist“, sagte der zufriedene Strafverteidiger Kachelmanns, Johann Schwenn.

Am 21. Dezember wird der Prozess forgesetzt.

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