Start Panorama Kachelmann-Prozess: Plädoyer der Staatsanwaltschaft endet mit Forderung nach mehrjähriger Haftstrafe

Kachelmann-Prozess: Plädoyer der Staatsanwaltschaft endet mit Forderung nach mehrjähriger Haftstrafe

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Landgericht Mannheim
Landgericht Mannheim

Obwohl die Spurenlage im Fall Jörg Kachelmann alles andere als eindeutig ist und im monatelangen Indizienprozess keine eindeutigen Beweise ermittelt wurden, hält die Staatsanwaltschaft den Angeklagten weiterhin für schuldig.

Auch wenn das mutmaßliche Opfer in einigen Punkten gelogen habe, sei sie glaubwürdig, sagte Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge. Die Glaubwürdigkeit der Zeugin könne auch durch die mangelnde Erinnerung an Details nicht erschüttert werden.

Oltrogge sagte weiter, dass auch die Staatsanwaltschaft „nicht so blöd sei“ zu erkennen, dass die Nebenklägerin in vielen Punkten gelogen habe. Die Ex-Freundin habe zwar Angaben zur Vorgeschichte der möglichen Tat später korrigiert, aber die Anklage gehe davon aus, dass die Angaben zum eigentlichen Tatvorwurf zutreffen.

Der Staatsanwalt unterstellte dem Angeklagten, er verdrehe die Wahrheit und zeigte in mehreren Beispielen auf, dass der Wettermoderator nicht die Wahrheit gesagt und sich stellenweise konspirativ verhalten habe.

Zwar hätte Kachelmann tatsächlich Erlebtes zu Protokoll gegeben, aber es hätte sich mehr als einmal um Dinge gehandelt die er mit anderen Frauen erlebt habe, aber nicht mit der Nebenklägerin.

Außerdem hätte Kachelmann hunderte SMS, die er schon vor einigen Jahren bekommen hätte, auf seinem Handy gespeichert und ausgerechnet die SMS die seine Ex-Freundin und die Schweizer Zeugin geschrieben hatten, seine gelöscht worden.

Der  Staatsanwalt kommt daher zum Schluss, dass Kachelmann gezielt gewisse Spuren, die Hinweise auf den Ablauf und Zeitpunkt des Geschehens am Tatabend geben könnten, vertuschen wollte.

Im weiteren Plädoyer der Anklage wies Staatsanwalt Werner Mägerle auf den „hohen Erlebnisbezug“ von wesentlichen Teilen der Aussage der Nebenklägerin hin.

Den Schilderungen zufolge habe Kachelmann seine Ex-Freundin an den Haaren gepackt, ihr das Messer an den Hals gehalten und gedroht:“Halt die Klappe, sonst bist du tot„. Er habe sie aufs Bett geworfen und sie vergewaltigt. Die Frau habe Todesangst bekommen und gebetet:“Lieber Gott, lass mich das überleben„.

In seinem Plädoyer sagte Staatsanwalt Mägerle außerdem, dass das Kerngeschehen für die Ex-Freundin „die Bedrohung mit dem Tod und nicht der Geschlechtsakt“ gewesen sei.

Für die Staatsanwaltschaft sei es ausgeschlossen, dass die Frau sich selber Verletzungen mit dem Messer zugefügt hätte, auch derartige blaue Flecke selbst hervorzurufen, wie sie nach der angeblichen Vergewaltigung davontrug,  sei nicht möglich.

Der Prozesstag begann mit den ausführlichen Plädoyers der insgesamt drei Staatsanwälte gegen Jörg Kachelmann und endete nun nach mehreren Stunden des juristischen Monologs mit der Forderung  nach vier Jahren und drei Monaten Haft wegen Vergewaltigung .

Am 31. Mai soll das Urteil gefällt werden, doch zuvor wird das Plädoyer der Verteidigung noch gehört werden. Angesichts des bisherigen Auftretens  von Kachelmanns Anwalt Schwenn, kann man durchaus erwarten, neben einer guten Verteidigungsstrategie möglicherweise auch wieder einen Auftritt mit Unterhaltungswert geboten zu bekommen.

1 KOMMENTAR

  1. Sehr merkwürdig… Falsche Angaben des mutmaßl. Opfers sind verständlich, die angebliche Tat nach Ansicht der STA unbestritten,
    trotz fehlender Beweise… Da stellt sich die Frage, wer das tats.
    Opfer ist???

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