Start Panorama Kachelmann-Prozess: Schlagabtausch zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft

Kachelmann-Prozess: Schlagabtausch zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft

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Landgericht Mannheim
Landgericht Mannheim

Am Freitag bezeichnete der Strafverteidiger von Jörg Kachelmann, Johann Schwenn, die zuvor erfolgte Reise in die Schweiz als „unsäglich„.

Am nunmehr 29. Tag des  Vergewaltigungsprozess gegen Jörg Kachelmann lieferten sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft somit erneut einen Schlagabtausch. Hintergrund dieses Streits ist der Inhalt der Aussage der Schweizer Zeugin. In Folge beantragte Johann Schwenn vor dem Landgericht Mannheim, Oberstaatsanwalt Oskar Gattner als Zeugen zu vernehmen.

Gattner habe in einem Aktenvermerk unzutreffende Angaben über die telefonische Aussage der Schweizerin gemacht, aufgrund derer man am 15 Januar die Reise in die Schweiz angetreten hatte, um dort die Zeugin, die nicht vor einem deutschen Gericht aussagen wollte, zu befragen.

Die Schweizerin bestritt bei der Befragung nicht nur, aufgrund eines sexuellen Übergriffs von Jörg Kachelmann verängstigt gewesen zu sein, sondern auch angebliche Aussagen, sein Gesicht sei „anders geworden“ und eine Krankheit in Folge eines Schocks wies sie als unwahr zurück.

Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge verwies auf die Seite 19 im Vernehmungsprotkoll und hielt Johann Schwenn entgegen, dass die Angaben der Schweizer Zeugin anders seien, als von Schwenn dargestellt, daher gehe der Antrag auf Vernehmung von Oskar Gattner von falschen Grundvoraussetzungen aus.

Über die Zeugenvernehmung des Oberstaatsanwalts will das Gericht zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Am Dienstag hatte die Strafkammer die Öffentlichkeit nicht zulassen wollen, weil „Details aus dem Intimleben“ der Schweizer Zeugin zur Sprache kommen würden.

Am Freitag wurde zunächst debattiert, ob die Öffentlichkeit zugelassen werden soll, oder nicht. Hierbei ging es um die Anhörung des Berliner Sachverständigen Hans-Ludwig Kröber als forensischer Psychiater.

Johann Schwenn befürwortete die öffentliche Zulassung, ebenso Kröber, der sagte, dass er es sehr bedauern würde, in einer nicht-öffentlichen Sitzung aussagen zu müssen.

Hans-Ludwig Kröber soll zu der Frage Stellung nehmen, ob Erinnerungslücken des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers auf eine Traumatiserung zurückzuführen sind.  So zog sich das Gericht zur Beratung über den erneuten Ausschluss der Öffentlichkeit zurück.

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