Start Panorama Kachelmann-Prozess: Staatsanwaltschaft greift mit Revision Urteil an

Kachelmann-Prozess: Staatsanwaltschaft greift mit Revision Urteil an

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Landgericht Mannheim
Landgericht Mannheim

Die Ermittlungsbehörde teilte mit, dass die Staatsanwaltschaft Mannheim Revision gegen den Freispruch von Jörg Kachelmann (52) eingelegt hat.

In der vergangenen Woche hatten die Richter des Landgerichts Mannheim den Wettermoderator aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Wegen schwerer Vergewaltigung hat die Staatsanwaltschaft vier Jahre und drei Monate gefordert.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim ficht somit das Urteil an und wird nun den Zeitraum bis zur Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) ob eine Revision überhaupt gewährt wird, dazu nutzen, um bei einer ausführlichen Prüfung der Prozessakten, durch das Sammeln unstimmiger Punkte eine Begründung ihrer Anfechtung zu formulieren.

Bis spätestens Mitte August werden die Papiere vorliegen und die Staatsanwaltschaft hat dann einen Monat Zeit, schriftlich die Revision zu begründen, oder diese möglicherweise nach Aktendurchsicht zurückzuziehen.

Nach der fristgemäß eingehaltenen und vorgelegten Begründung geht der Antrag auf ein Revisionsverfahren zum Bundesgerichtshof.

Bis der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe über Gewährung einer Revision entscheidet, kann es erfahrungsgemäß ein Jahr dauern.

Vor dem Bundesgerichtshof gibt es, anders als bei Berufungsverfahren keine Neuverhandlung. Es wird nur das schriftliche Urteil auf Rechtsfehler überprüft. Anhand dieser Beurteilung über mögliche Mängel wird über die Gewährung der Revision und damit über die Weiterführung des Falls entschieden

Wird der Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer Revision entsprochen, würde der Fall an eine andere Kammer des Mannheimer Landgerichts zurückverwiesen. Bei einer Ablehnung der Revision wäre der Freispruch im Kachelmann-Fall rechtskräftig.

Es scheint somit, als wäre der Fall Kachelmann noch lange nicht zu Ende.