Start Panorama Kachelmann-Prozess: Verteidiger Johann Schwenn fordert im Abschlussplädoyer Freispruch

Kachelmann-Prozess: Verteidiger Johann Schwenn fordert im Abschlussplädoyer Freispruch

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Landgericht Mannheim
Landgericht Mannheim

Mit großer Spannung wurde am Dienstagnachmittag der Auftritt von Kachelmanns Hamburger Strafverteidiger Johann Schwenn (63) erwartet. Vor einem halben Jahr hatte er von Reinhard Birkenstock die Verteidigung im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann übernommen.

Schwenn brachte von diesem Zeitpunkt an Schwung in die Verhandlung. Er stellte zahlreiche Befangenheitsanträge und griff im weiteren Verlauf des Prozesses oft die Staatsanwaltschaft an. Johann Schwenn prägte maßgeblich die Gerichtsverhandlung in Mannheim.

In seinem heutigen Plädoyer forderte Johann Schwenn ebenso wie zuvor Kachelmanns Pflichtverteidigerin Andrea Combè  einen Freispruch für seinen Mandanten. Jörg Kachelmann soll nach Willen seines Anwalts außerdem für die erlittene Untersuchungshaft, sowie Beschlagnahmen und Durchsuchungen entschädigt werden.

Tränen im Prozess und Applaus nach Plädoyer

In seinem Plädoyer sagte Johann Schwenn unter anderem:  „Es gibt nicht einen Sachbeweis, auf den sich die Anklage stützen könnte„. Zuhörer im Gerichtssaal applaudierten nach dem Schlusswort Schwenns.

Während Schwenns Ausführungen die Schilderungen der Ex-Freundin Kachelmanns immer unplausibler erscheinen liessen, verdrückte diese zwischendurch ein paar Tränen.  Das letzte Wort hatte der Angeklagte, der aber keinen davon Gebrauch machte, sondern wie im gesamten Prozessverlauf schwieg. Er sagte nur:“ Nein, danke„.

Erwartung des Urteils

Somit neigt sich ein spektakuläre Prozess, der letztendlich nur auf Indizien beruhte, dem Ende zu. Am 31. Mai wird der Vorsitzende Richter den Urteilsspruch verkünden.

In Anbetracht der schwachen Beweislage steht zuletzt Aussage gegen Aussage. Bis zum Schluss konnte nicht zweifelsfrei ermittelt werden, welcher der Beteiligten die Unwahrheit oder die Wahrheit gesagt hatte.

Daher könnte das Urteil des Gerichtes möglicherweise nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ erfolgen und zu einem Freispruch aufgrund mangelhafter Beweislage führen.