Start Panorama Kachelmann-Prozess: Verteidigung attackiert Gericht und Verlagskonzern

Kachelmann-Prozess: Verteidigung attackiert Gericht und Verlagskonzern

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Am heutigen Freitag begann der 19. Verhandlungstag für den, wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor dem Mannheimer Landgericht stehenden, ehemaligen Wettermoderator Jörg Kachelmann.

Als Zeugen sollen vor der fünften großen Strafkammer ein Rechtsmediziner und ein ehemaliger Fernsehdirektor Kachelmanns in den Zeugenstand treten. Auch wird der Staatsanwalt zum Antrag der Verteidigung Stellung nehmen.

Knallhart führt der streitbare Strafverteidiger von Jörg Kachelmann, Johann Schwenn seine bisherige Verteidigungsstrategie fort. Er verdächtigt nun die ermittelnden Staatsanwälte. Diese hätten sich möglicherweise durch Weitergabe von Ermittlungsergebnissen an die Presse strafbar gemacht.

Auch das Gericht wurde von Johann Schwenn gerügt. Die Richter würden „minutiös ein Beweisprogramm nachbeten“, dass von der Staatsanwaltschaft stamme. Der Strafverteidiger sagte in Richtung der Staatsanwälte:“ Die beiden Herren mir gegenüber sind um einiges verdächtiger als Herr Kachelmann“.

Auf Nachfrage in der Verhandlungspause wollte Kachelmanns Anwalt keinen konkreten Straftatbestand nennen, sondern deutete an, dass die Staatsanwaltschaft ihre Amtspflicht verletzt hätte.

Nach der Verhandlungspause wurden die Vernehmungen fortgeführt und der Fernsehdirektor des MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) vor Gericht befragt.

Kachelmanns Strafverteidiger wollte vom Zeugen wissen, warum sein Mandant Kachelmann die Sendung „Riverboat“ nicht mehr moderiert. Der MDR-Fernsehdirektor führte zur Erklärung „Termingründe“ an.

Mit der Antwort des Zeugen gab sich Johann Schwenn nicht zufrieden und stellte eine Mutmaßung in den Raum. Der Anwalt wollte wissen, ob irgendwie Herr Burda seinen Einfluss ausgeübt hätte. Dazu konnte der Fernsehdirektor keine Angaben machen.

Kachelmanns Verteidiger hegt offenbar den Verdacht, dass das Verlagshaus Burda Zeuginnen beeinflusst haben könnte. Zum Verlagshaus Burda gehören die Illustrierte „Bunte“ und das Nachrichtenmagazin „Focus“, die bei der Berichterstattung im Fall Kachelmann eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Über den von der Verteidigung gestellten Durchsuchungsantrag der beiden Redaktionen wurde noch nicht entschieden, allerdings kündigte Kachelmanns Anwalt an, dass er weitere Beweisanträge zur Rolle des Burda-Verlages stellen wolle.

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