Start Panorama Kachelmann-Prozess: Verteidigung stört Plädoyer der Staatsanwaltschaft

Kachelmann-Prozess: Verteidigung stört Plädoyer der Staatsanwaltschaft

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Landgericht Mannheim
Landgericht Mannheim

Beginn des vorletzten 41. Verhandlungstags gegen den wegen Vergewaltigung vor der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts Mannheim stehenden Wettermoderators  Jörg Kachelmann.

Auch die Ex-Freundin erschien zur Überraschung aller im Verhandlungssaal.

Im Fall Kachelmann steht aufgrund nicht eindeutiger Beweislage Aussage gegen Aussage. Sollte der Wettermoderator verurteilt werden, drohen ihm fünf bis 15 Jahre Haft.

Der Medienandrang war entsprechend groß. Die Plätze der Journalisten im Gerichtssaal waren alle bis auf den letzten Platz besetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte beabsichtigt, heute die Plädoyers zu halten, aber nach einigen Minuten wurde die Verhandlung unterbrochen.

Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn beantragte den Ausschluss der Öffentlichkeit, mit der Begründung, dass Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge bei seinem Plädoyer intime Details aus den SMS-Wechseln zwischen dem Angeklagten und seiner Ex-Freundin vorgelesen habe.

Johann Schwenn warf dem Staatsanwalt lautstark vor, seinen Mandanten bloßstellen zu wollen. Der Staatsanwalt habe den Vorsatz „den Angeklagten maximal zu schädigen„. Vor Gericht schilderte Oltrogge den Nachmittag vor der angeblichen Tat, dabei zitierte er aus dem SMS-Verkehr zwischen. Kachelmann und seiner Ex-Freundin.

Die Richter der Strafkammer versuchten im Wortgefecht zwischen der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft zu vermitteln, aber Oltrogge weigerte sich, auf die Zitate aus den Kurznachrichten gänzlich zu verzichten. Gegenwärtig wird noch darüber entschieden, ob dem Antrag der Verteidigung stattgegeben wird.