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Kachelmann: Sachverständiger Zeuge wurde befragt

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Erneut ist die Psychologin und Gutachterin Luise Greuel am heutigen 20. Prozesstag ins Visier des Kachelmann-Strafverteidigers Johann Schwenn geraten.

Luise Greuel hatte zur Traumatisierung des mutmaßlichen Opfers ausgesagt. Der Anwalt von Jörg Kachelmann kritisierte die Psychologin, sie stelle „eine von radikalfeministischen Autorinnen ersonnene Theorie“ über die Traumatisierung von Vergewaltigungsopfern als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis dar.

Der Strafverteidiger hatte bereits in der vorletzten  Woche einen Befangenheitsantrag  gegen die Gutachterin gestellt. Er warf ihr vor, sie übernehme unkritische Thesen „radikalfeministischer Autorinnen“. Das Gericht entschied noch nicht über den Antrag.

Nach einer kurzzeitigen Unterbrechung der Verhandlung soll mit der Vernehmung eines Rechtsmediziners, der schon am 19.Prozesstag hätte aussagen müssen, fortgesetzt werden.

Das Gericht lehnt den von der Verteidigung bestellten Experten wegen Besorgnis der Befangenheit als Gutachter ab, will aber den Rechtsmediziner als „sachverständigen Zeugen“ befragen. Das Gutachten des Rechtsmediziners sollte belegen, dass sich das mutmaßliche Opfer die Verletzungen selbst zugefügt haben könnte.

Zwar konnte der 71-jährige Rechtsmediziner in der Befragung als „sachverständiger Zeuge“ seine zusammengetragenen Selbstversuchsergebnisse von Schneide-, Druck-, und Kratzspuren präsentieren, aber das Gericht untersagte dem Mediziner jedwede Interpretation.

Wenn das Gericht den Mediziner als Gutachter befragt hätte, so hätte dieser aufgrund der Fotos Zweifel an den Schilderung der Klägerin geäußert.

So würden etwa die Blutergüsse auf den Oberschenkeln des angeblichen Opfers keineswegs von Kachelmanns Knien stammen, wie sie bei einer Vergewaltigung entstanden wären.

Vielmehr seien dort Abdrücke in Form von Fingerknöcheln sichtbar, die nahe legen, dass die blauen Flecken mit Faustschlägen beigebracht wurden, was das vermeintliche Opfer durchaus selbst getan haben könnte.

Auch in der Interpretation der Schnittverletzungen wäre der sachverständige Zeuge in seiner Rolle als Gutachter zu dem Schluss gelangt, dass diese auch selbst zugefügt werden können, da dass angebliche Tatwerkzeug, bei dem es sich um ein Tomatenmesser handelt, bereits bei leichter Klingenführung deutliche Schnitte bewirkt.

In wie weit das Gericht die Ergebnisse aus Selbstversuchen eines älteren Herren auf die Verletzungsspuren einer jungen Frau übertragen und somit berücksichtigen wird ist zumindest fraglich, Schwenn kündigte an, unabhängig vom Zeugen die Selbstverletzungen der Klägerin zu belegen.

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