Start Panorama Kachelmann schweigt trotz angeblicher Beweise

Kachelmann schweigt trotz angeblicher Beweise

1060
4
TEILEN

Der Vergewaltigungsprozess um Jörg Kachelmann wird am 1. Dezember, nach zweiwöchiger Pause fortgesetzt. Die Prozessdauer wird sich bis zum März 2011 hinziehen, da wohl noch Zeugen angehört werden müssen.

Allerdings sieht es bisher so aus, dass die Aussagen gegen den 52-jährigen Wettermoderator sprechen, zumal er bisher nur ein mal vor dem Haftrichter des Landgerichts Mannheim ausgesagt hat. An allen anderen Prozesstagen hatte Jörg Kachelmann geschwiegen.

An vier Prozesstagen war die Öffentlichkeit ausgeschlossen, da die Hauptzeugin intime Details aus der Privatsphäre offenbaren musste. Die 37-jährige, langjährige Freundin Kachelmanns blieb aber hartnäckig bei der Beschuldigung, dass der Wettermoderator sie vergewaltigt habe.

Kratzspuren am Hals und blaue Flecken an den Oberschenkeln wurde von der untersuchenden Frauenärztin einer Heidelberger Klinik vor Gericht bestätigt. Solche Hämatome hätte sie schon einmal bei einer anderen Vergewaltigung festgestellt.

Die Verteidigung behauptet, bei zwei Fotos die auf dem Computer der Freundin sichergestellt worden waren, handele es sich um Belege für den Versuch einer Selbstverletzung um eine Falschaussage zu untermauern.

Gegen diese Behauptung spricht jedoch, dass sich mehrere Fotos mit Verletzungen fanden und dass die beiden Belastungsfotos bereits ein Jahr vor der angeblichen Vergewaltigung entstanden. Dies lässt eher auf die Dokumentation einvernehmlicher sado-masochistischer Praktiken schließen.

Ein denkbares Motiv für eine Falschaussage der langjährige Freundin wäre nach Ansicht der Verteidigung Rache, da sie, laut Aussage des Wettermoderators, in der Tatnacht zunächst einvernehmlichen Sex und ein gemeinsames Abendessen hatten, bevor ihn die 37-jährige im Anschluss mit Flugtickets konfrontierte, auf dem der Name einer anderen Frau stand.

Er habe ihr die Untreue gestanden und beide hätten sich, seinen Schilderungen  zufolge, einvernehmlich getrennt.

Die Verteidiger Jörg Kachelmanns halten die Hauptzeugin und viele weitere Zeuginnen für unglaubwürdig.

Ob die Richter und Schöffen im Vergewaltigungsprozess den Zeugenaussagen glauben schenken, oder ob Jörg Kachelmann freigesprochen und rehabilitiert wird, zeigt sich in den nächsten Prozesstagen.

Momentan steht der Wettermoderator mit dem Rücken zur Wand – besonders da nachgewiesene,  jedoch bislang nicht plausibel erklärte zeitliche Differenzen zu seiner bisherigen Aussage bestehen.

4 KOMMENTARE

  1. „Allerdings sieht es bisher so aus, dass die Aussagen gegen den 52-jährigen Wettermoderator sprechen, zumal er bisher nur ein mal vor dem Haftrichter des Landgerichts Mannheim ausgesagt hat.“

    Bitte etwas differenzierter, lieber Autor oder möchten Sie Alice Schwarzer folgen, was ihre nächste Aussage noch deutlicher macht:

    „. . . jedoch bislang nicht plausibel erklärte zeitliche Differenzen zu seiner bisherigen Aussage bestehen.“

    Worauf genau beziehen Sie sich?

    • Nach unseren Informationen soll Herr Kachelmann von seiner damaligen Freundin aus gegen ein Uhr, zunächst ins Hotel gefahren und am folgenden Tag nach Kanada geflogen sein. Allerdings gibt es eine bislang ungeklärte zeitliche Differenz. Im Hotel wurde die Übergabe des Schlüssels an Kachelmann um 3:28 elektronisch registriert.

      Damit stellt sich die Frage, weshalb er zweieinhalb Stunden für eine Fahrstrecke benötigte, die sonst in 45 Minuten zurückgelegt werden kann. Plausibel wäre eine emotionale Erklärung gewesen – beispielsweise habe er irgendwo angehalten um einen klaren Kopf zu bekommen, weil ihm die gerade erlebte Trennungssituation doch stärker belastete als gedacht.

      Allerdings machte er keine derartige Aussage, sondern gab lediglich an, er sei nicht besonders emotional gewesen und habe auf dem Weg an einem anderen Hotel halten wollen, die dortigen Parkplatzbedingungen seien jedoch schlecht gewesen, so dass er von einem Halt Abstand nahm.

      Wie dieses Zeitfenster wirklich zustande kam – ob es einen intensiveren Streit gegeben hatte, ob die behauptete Vergewaltigung in dieser Zeit stattfand, oder ob es einen Grund hierfür gibt der Kachelmann sogar entlastet, muss sich erst noch herausstellen.

      Wir versuchen uns im Übrigen nicht die Meinung einer einzelnen Person zu eigen zu machen

      • Laut Aussage der Ärztin hat das m.O. angegeben, daß die Tat um ca. 02.00 Uhr nachts geschah, daher gibt es kein Zeitloch.

  2. Bitte das nächste Mal besser recherchieren, das mit dem Zeitloch ist doch schon länger bekannt, die angebliche Tatzeit soll erst um 2 Uhr gewesen sein.

    Die Beziehung beenden und zum Abschluss vergewaltigen – was soll der Quatsch. Nur eine Person hat ein Motiv, Kachelmann ist es nicht. Zudem war sie an dem Abend vorbereitet, mit selbst geschriebenen Zettelchen die angeblich von einer Anderen stammen.
    Ein Tatschilderung, die so nicht stattgefunden haben kann, rein technisch ist es körperlich nicht möglich. Das Ganze angelehnt an eine Vorabendsoap auf ARD.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here