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Karstadt profitiert vom Aufwind im Einzelhandel


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Wer hätte das gedacht: Noch vor einigen Monaten hat man um das Überleben der Kaufhauskette Karstadt gebangt. Der Geschäftsführer der Karstadt Warenhaus GmbH, Thomas Fox, ist sehr optimistisch, was die zukünftige Entwicklung Karstadts anbelangt. Die gute Konsumstimmung macht sich auch bei dem deutschen Traditionswarenhaus bemerkbar: Die Umsätze ziehen weiter an und das Unternehmen schreibt schwarze Zahlen.

Nach Meinung des Karstadt-Chefs sei Deutschland ein „Warenhausland“. Insgesamt habe sich das Umfeld für Warenhäuser trotz der Konkurse von Unternehmen wie Hertie und Woolworth verbessert. Dafür spreche vor allem die Tatsache, dass die kaufkräftige Schicht der Menschen zwischen Mitte 20 und Mitte 40 wieder vermehrt in die deutschen Innenstädte kämen. Dieses Potential müsse man ausschöpfen, so Fox. Dennoch ist die Hauptzielgruppe Karstadts die ältere Generation.

Die Warenhauskette Karstadt hatte vor zwei Jahren gemeinsam mit dem Mutterkonzern Arcandor die Insolvenz angemeldet. Im Oktober konnte der Investor Nicolas Berggruen das Unternehmen mit rund 25.000 Mitarbeitern und 120 Filialen nach langen und komplizierten Verhandlungen zum Rettungsplan übernehmen.

Doch die harten Zeiten scheinen nun der Vergangenheit anzugehören. Das Essener Unternehmen wächst mittlerweile sogar stärker als der zu Metro gehörende Konkurrent Kaufhof.  Im dritten Quartal konnte Karstadt ein Umsatzplus von 7,4 Prozent verbuchen, während es bei Kaufhof im gleichen Zeitraum nur rund vier Prozent waren.

Auch um andere moderne deutsche Kaufhäuser steht es derzeit sehr gut: Das Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe), welches zur Karstadt-Gruppe gehört, kann sich gerade zur Adventszeit vor Besucheranstürmen kaum retten. Weit mehr als 100 000 Menschen – darunter auch Touristen aus den USA, Japan, China, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten – lockt das gigantische Warenhaus in den Wochen vor Weihnachten täglich an.

Nach Einschätzung der GfK-Marktforscher müssen die Warenhäuser angesichts des demografischen Wandels ihr Warensortiment konsequenter auf die ältere Kundengruppe ausrichten und dem Motto „Alles unter einem Dach“ gerecht werden. Auch Serviceorientierung und Helligkeit spielen eine große Rolle. So beschreibt Karstadt-Chef Fox die Zukunft seiner Häuser als „Shopping Center ohne Wände“ mit viel Glamour und Glitzer.

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