Start Wirtschaft Karstadt-Rettung brachte Insolvenzverwalter 43 Millionen

Karstadt-Rettung brachte Insolvenzverwalter 43 Millionen

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Die Zukunft der Essener Warenhauskette mit 120 Warenhausstandorten und 25.000 Beschäftigten stand monatelang im Ungewissen. Der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hat mit der Rettung des Konzerns nach Berichten des Magazins „Stern“ noch mehr verdient, als bislang angenommen.

Rund 43 Millionen Euro soll er während des gesamten, lang andauernden Insolvenzprozesses kassiert haben. Bereits für seine Zeit als vorläufiger Insolvenzverwalter im Sommer 2009 habe er laut Angaben des „Sterns“ knapp sechs Millionen Euro in Rechnung gestellt. Zusätzlich sorgte er dafür, dass seine eigene Wirtschaftskanzlei Berateraufträge im Gesamtwert von 5,1 Millionen Euro erhielt.

Die Gesamtsumme des fürstlichen Lohns für das 16 Monate andauernde Verfahren belief sich auf 43,4 Millionen Euro. Der „Stern“ beruft sich bei seinen Angaben auf ein ihm vorliegendes Protokoll aus dem damaligen Gläubigerausschuss. Zu einer Stellungnahme war der Jurist Görg laut Angaben des Medienberichts am Mittwoch nicht zu erreichen.

Gemeinsam mit seinem Mutterkonzern Arcandor war Karstadt im vergangenen Jahr zahlungsunfähig geworden. Im Juni 2009 stellten die Karstadt-Mutter Arcandor und ihre beiden Tochterunternehmen Karstadt und Quelle Insolvenzanträge. Für den Versandhändler Quelle und die Muttergesellschaft gab es jedoch keine Rettung mehr.

Für die Rettung Karstadts wurde Klaus Hubert Görg zum Insolvenzverwalter bestimmt. Er machte sich auf die Suche nach einem Käufer für die 1881 gegründete Warenhauskette. Doch die Suche nach einem Interessenten gestaltete sich als äußerst schwierig und langatmig. Die Belegschaft musste stets um ihre Arbeitsplätze bangen. Die Bemühungen um die Zukunft für Karstadt und seine Mitarbeiter führten Ende September 2010 letztendlich doch noch zum Erfolg.

Der US-deutsche Milliardär, Investor und Kunstliebhaber Nicolas Berggruen, Sohn des berühmten Kunstsammlers Heinz Berggruen, erhielt zum 1. Oktober 2010 den Zuschlag für die Übernahme des maroden Konzerns. Damit nahm die größte deutsche Firmenpleite seit der Nachkriegszeit doch noch ein glückliches Ende. Vor allem für Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg.

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