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Kartellamt prüft den Lebensmittelhandel

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Derzeit führt das Bundeskartellamt eine Branchenuntersuchung durch, in der geprüft werden soll, inwieweit die vier größten deutschen Lebensmittelhändler sich untereinander und mit ihren Lieferanten abstimmen. Im Fokus stehen dabei die Wettbewerbsbedingungen bei der Beschaffung von Nahrungs- und Genussmitteln. Ganz besonders im Visier stehen die Handelskonzerne Aldi, Edeka, Rewe und die Schwarz-Gruppe mit Lidl. Dies teilte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, am Montag in Bonn mit.

Die Wettbewerbshüter wollen die Einkaufspraktiken der genannten Handelsketten überprüfen und deren Auswirkungen auf kleinere Unternehmen aus der Branche des Lebensmitteleinzelhandel analysieren. Die vier großen Handelsriesen Aldi, Edeka, Rewe und Lidl vereinen 84 Prozent des deutschen Marktanteils auf sich.

Ziel der Untersuchung sei es laut Andreas Mundt, mehr Einblicke in die Machtverhältnisse im Lebensmitteleinzelhandel allgemein und den Verhältnissen zwischen den Handelsunternehmen und den Herstellern selber zu bekommen. Denn nicht nur beim Absatz zu den Konsumenten, sondern auch bei der Beschaffung von Lieferanten gebe es eine starke Konzentration, so Mundt.

Anhand ausgewählter Produktgruppen will das Kartellamt feststellen, welche Position am Markt die einzelnen Handelsunternehmen und ihre Kooperationspartner im Kontext des Wareneinkaufs haben. Es gilt herauszufinden, ob zwischen den vier Lebensmittelriesen und den Herstellern Absprachen stattfinden, wodurch sie Einkaufsvorteile haben und welche Auswirkungen diese wiederum auf die Konkurrenzunternehmen haben, die kleiner sind.

Bereits jetzt werden Unternehmen aus dem Lebensmittelhandel Fusionen nur dann gestattet, wenn diese unter strengen Auflagen des Bundeskartellamtes getätigt werden. Schon zu Beginn des vergangenen Jahres hatten ähnliche Untersuchungen stattgefunden. Damals hatten sich die Wettbewerbshüter gezielt auf den Aspekt der Preisabsprache in speziellen deutschen Einzelhandelsunternehmen konzentriert. Dieses Mal geht es vielmehr um eine reine Branchenuntersuchung.

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