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Kartellstrafe für Schokoladenhersteller Ritter?

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Ritter, Foto: Björn Appel
Ritter, Foto: Björn Appel

Einem Medienbericht des Handelsblatts zufolge steht dem deutschen Schokoladenproduzenten Ritter Sport wegen unerlaubter Preisabsprachen eine Kartellbuße bevor. Das Bundeskartellamt ermittelt seit fast drei Jahren gegen das Familienunternehmen mit Sitz in Waldenbuch (Kreis Böblingen) wegen des Verdachts der Preisabsprache mit anderen Schokoladenherstellern wie Kraft („Milka“) oder Nestlé („Kitkat“). Nun wäre man in Bonn in Kürze soweit, die Höhe der Bußgeldstrafe bekannt zu geben.

Dem Bericht zufolge könnten die Wettbewerbswächter von Ritter bis zu 30 Millionen Euro verlangen. Das wären zehn Prozent des Firmenumsatzes; das Doppelte des Eigenkapitals. Ein Sprecher des Kartellamts wollte sich auf Nachfrage der Zeitung jedoch nicht konkret zur Höhe der Strafe äußern. Zwar seien die zehn Prozent vom Umsatz möglich, Reduzierungen aber generell denkbar. Dies wäre der Fall, wenn nur kleine Teile des Sortiments oder des Vertriebsgebiets vom Kartell betroffen gewesen seien.

Für Firmenchef Alfred T. Ritter würde eine Strafe von 30 Millionen Euro bedeuten, dass er die Firma nicht weiterführen könne. Die Vorwürfe des Kartellamtes sieht er als unberechtigt an. Es habe keine Preisabsprachen mit anderen Schokoladenherstellern gegeben. Vielmehr sah sich Ritter Sport 2008 gezwungen die Preise zu erhöhen, da die Rohstoffpreise in diesem Zeitraum stark gestiegen seien. Dass Ritter Sports Aufschlag mit 20 Prozent höher ausfiel als bei den Wettbewerbern habe laut Firmenchef Ritter daran gelegen, dass seine Firma höherwertige Rohstoffe verarbeitet.

Bevor die Erhöhung der Preise erfolgte, hatte der Familienbetrieb bereits seit längerer Zeit verlustreich gewirtschaftet. Mittlerweile schreibe das Unternehmen wieder schwarze Zahlen, doch die Gewinne seien relativ klein, so Firmenchef Ritter. Dies könne dem Kartellamt also keinen Grund geben zu denken, man habe sich mittels Preisabsprachen bereichert.

Sollte es tatsächlich zu einer 30 Millionen Strafe kommen, so hätte das Kartellamt nach Meinung Alfred T. Ritters nur eines erreicht: „Dass wieder ein Wettbewerber vom Markt verschwindet und hierdurch der Wettbewerb kleiner wird.“

Wenn die Strafe jedoch nicht so hoch ausfallen sollte, so gäbe es Pläne, die Hälfte des Firmenumsatzes im Ausland zu erzielen. Noch vor zwei Jahren lag der Auslandsanteil bei nur 30 Prozent. Auch in Zukunft würde Ritter Sport weiterhin in den Händen der Familie bleiben. Die drei Kinder Alfred T. Ritters seien bereits an der neu gegründeten Holding beteiligt.

1 KOMMENTAR

  1. ohne die details zu kennen, denke ich spontan, dass es bei einem Knosumprodukt wie Schokolade gar keine Preisabsprache geben kann. Der Verbraucher ist bereit einen hoeheren Preis fuer eine bestimmte Schokolade, oder Joghurt oder oder…zu bezahlen oder nicht. Es gibt genuegend Alternativen zu Ritter Sport Schokolade.

    Offenbar ist des Ritter Sport gelungen seine Schokolade so attraktiv zu vermarkten, dass es einen Kundenkreis gibt, der einen hoeheren Preis zahlt.

    Ich freue mich immer wieder Ritter Sport Schokolade auf meinen vielen Reisen auf allen Teilen der Welt in den Regalen hochwertiger Supermaerkte und Duty Free Geschaeften auf Flughaefen zu finden. Ich denke Ritter Sport ist ein guter Botschafter fuer Deutsche Produkte.

    Wieder ein Beispiel fuer leere Kassen in Europa. Viel Gedoens um die Kassen zu fuellen!

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