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Katastrophenalarm nach Chemieunfall in Bad Fallingbostel

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Symbol für gesundheittschädliche Stoffe
Gasunfall in Werk eines Lebensmittelkonzerns
Symbol für gesundheittschädliche Stoffe  (Grafik: pd)
Chemieunfall in Werk eines Lebensmittelkonzerns (Grafik: pd)

Bereits am heutigen Mittag, 15. Oktober, ereignete sich im Nahrungsmittelkonzern Kraft Foods in Bad Fallingbostel, knapp 60 Kilometer nördlich von Hannover entfernt, ein folgenschwerer Unfall. Sofort wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Etwa 400 Einsatzkräfte sind vor Ort, um die bei dem Zwischenfall entstandene gesundheitgefährdende Wolke niederzuschlagen.

Ursache des Chemieunfalls ist offenbar eine Unachtsamkeit. Zunächst war versehentlich bei Reinigungsarbeiten im Werk, Salpetersäure in einen Behälter mit Natron-Lauge gekippt worden. Der Unfall ereignete sich aber nicht bei der Lebensmittelproktion.

Nach Feststellung des Fehlers wurde versucht, beide Stoffe voneinander zu trennen. Durch eine chemische Reaktion die entstanden war, als die Säure in einen verunreinigten Behälter gepumpt wurde, trat am Abend eine ätzende gelbliche Gaswolke aus.

Vorsorglich wurden Anwohner im Umkreis von 500 Metern vorsorglich evakuiert. Rund 800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Nach Angaben der Feuerwehr ist bisher noch nicht bekannt, wie lange das Abpumpen der Säure dauert und wieviele Menschen im Laufe der Nacht noch in Sicherheit gebracht werden müssen.

Die Gefahrenstoffe der Nitrose-Gase können sowohl durch Einatmung, als auch bereits durch Hautkontakt die Gesundheit gefährden.

Die Vollsperrung der A 7 rund um Bad Fallingbostel wurde mittlerweile wieder aufgehoben, da die gesundheitsgefährdende Wolke nicht in Richtung Autobahn treibt.

Zwar ist die Situation, so die Kraft Foods Sprecherin, unter Kontrolle – aber weitere Rettungsteams seien angefordert worden. Möglicherweise wird es noch die ganze Nacht dauern, um die Säure abzupumpen und die Sicherheit der Anlage gewährleisten zu können.

UPDATE: Mittlerweile sind 1400 Anwohner in Sicherheit gebracht worden. Sie kampieren bei Bakannten, Verwandten und in der Heidmarkthalle. Dort sind etwa 350 Betroffene untergekommen.

In der Nacht waren 1000 Rettungskräfte im Einsatz. Eine Zeitlang sah es aus, dass die Lage unter Kontrolle ist – mittlerweile hat sich die Lage wieder verschärft, da die Temperatur im Tank steigt und zu bersten droht. Durch die prekäre Situation im Werk, sind nur noch Feuerwehrleute mit schweren Schutzanzügen und Atemgeräten im Einsatz. Sie wurden aus Hamburg und Stade angefordert. Die Angst vor neuen Nitrose-Gasen ist hoch. Andere Retter wurden wegen Gefährlichkeit vor Ort, abgezogen.

Kindergärten und Schulen bleiben am Dienstag, den 16. Oktober geschlossen. Evakuierte Anwohner dürfen momentan noch nicht in ihre Häuser zurückkehren.

Dienstagmorgen, 11:15 Uhr –  Kunststofftank mit Säure-Laugengemisch wird gekühlt. Die aktuelle Temperatur im Behälter beträgt zur Zeit 100 Grad Celsius. Katastrophenalarm bleibt weiterhin aufrecht erhalten.

12:21 Uhr –  Etwa 3000 Liter Säure pro Stunde wird mit Spezialgeräten abgepumpt. Mehrere 10.000 Liter lagern noch im doppelwandigen Tank. Noch keine Entwarnung, aber die Spezialisten sind optimistisch, dass sie die Lage unter Kontrolle bringen.

15:30 Uhr – Die Lage entspannt sich langsam. Die Temperatur im Tank sinkt und auch die Gefahr einer Explosion, oder einer neuen gesundheitsgefährdenden Wolke besteht zur Zeit nicht mehr. Möglicherweise können die evakuierten Anwohner am Abend in ihre Wohnungen zurückkehren.

15:45 Uhr – Katastrophenalarm wird aufgehoben. Bewohner können wieder in ihre Häuser zurück. Am Mittwoch den 17. Oktober sind Kindertagesstätten und Schulen wieder geöffnet.

 

 

 

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