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Keine Kosten mehr bei Warteschleifen

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Das Bundeskabinett hat heute beschlossen, dass ab dem kommenden Jahr keine Kosten mehr anfallen dürfen, wenn Kunden bei Service-Hotlines anrufen und in der Warteschleife stecken. Da während dieser Zeit keine Leistung erbracht werde, dürften die Anrufer nach Meinung der Regierung auch keine Kosten tragen. Auch der Wechsel des Telefonanbieters soll erleichtert werden.

Wer kennt das nicht: Man will ein Flugticket buchen, hat Fragen zu seiner Handyrechnung oder möchte eine Kinokarte reservieren. Bevor man überhaupt mit jemanden sprechen kann, schaltet sich eine automatische Stimme ein, die einen vertröstet. Um die Wartezeit „angenehmer“ zu gestalten, wird Dudel-Musik gespielt und Werbung in Endlosschleife geht einem auf die Nerven.

Nicht nur, dass man sich ungefragt diesen Strapazen ausgeliefert fühlt, oft entstehen bei der in der Regel doch recht langen Wartezeit Kosten in Höhe von einigen Euros! Damit soll es nun ein Ende haben. Wenn man in Zukunft eine kostenpflichtige Service-Nummer anruft, sollen einem laut dem heute verabschiedeten Entwurf für die Novelle des Telekommunikationsgesetzes keine Kosten mehr entstehen, während man warten muss. Dabei ist es völlig egal, ob man den Anruf vom Festnetz oder dem Handy tätigt.

Service-Hotlines dürfen nach wie vor eingesetzt werden, wenn sie kostenlos oder aus dem Ortsnetz erreichbar sind. Nummern wie beispielsweise die teuren 09000er Nummern dürfen Warteschleifen nur noch nutzen, wenn sie dem Anrufer im Vorfeld darüber informieren, wie lange die Wartezeit betragen wird. Zudem gilt für diese Sondernummern, dass der Anrufer einen Festpreis zahlen muss, unabhängig davon, wie lange er in der Warteschleife ist, bevor es zum eigentlichen Gespräch kommt.

Sollten die Anbieter gegen die Regeln verstoßen, werden Bußgeldstrafen verhängt. Die Hotlineunternehmen haben nun ein Jahr Zeit, ihre Telefonanlagen auf die neuen Bestimmungen umzustellen. In der Zwischenzeit müssen die Telekommunikationsunternehmen ihre Warteschleifen zumindest in den ersten zwei Minuten kostenlos zur Verfügung stellen.

Ein weiterer Punkt, der in dem neuen Gesetzesentwurf mit aufgenommen wurde, betrifft den Wechsel zu einem neuen Telefonanbieter. Ab dem kommenden Jahr sollen die Kunden höchstens einen Tag ohne Anschluss zubringen. Der alte Anbieter hat dafür Sorge zu tragen, dass der Kunde nach wie vor versorgt wird solange der neue Anbieter die Leistungen noch nicht übernommen hat. Auch ist es künftig kein Problem mehr, bei einem Anbieterwechsel seine ursprüngliche Telefonnummer – egal ob Handy oder Festnetz – zu behalten.

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