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Kinderarbeit für das iPhone

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Jedes Jahr schickt Apple eine Delegation in die Welt hinaus, um die Hersteller und weltweiten Zulieferunternehmen zu überprüfen. Nun ist der Bericht für das Geschäftsjahr 2010 fertig. Das Ergebnis ist alarmierend: Die Betriebe in Taiwan, China und Singapur weisen mehr als dürftige Arbeitsbedingungen auf. Von Kinderarbeit und der täglichen Arbeit bei giftigen Gase ist erschreckend häufig die Rede.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 127 Betriebe untersucht. In der Jahresstudie 2010 wurde angegeben, dass 37 „Unregelmäßigkeiten“ identifiziert wurden. Neben Kinderarbeit und dem Ausgesetztsein von Chemikalien wurden mangelnder oder nicht vorhandener Arbeitsschutz an Maschinen und in den Arbeitsräumen genannt. In 18 Betrieben gehen die Auditierungsbeauftragten sogar davon aus, dass chinesische Wanderarbeiter als Zwangsarbeiter angeheuert wurden und im Vergleich zum ohnehin schon mickrigen Lohn der Festangestellten noch schlechter bezahlt wurden.

Auch die Hygiene lies laut Aussage der Untersuchung in zahlreichen Betrieben sehr zu wünschen übrig, vor allem in den Kantinen. Zudem wurde in einem Betrieb bekannt, dass die Mitarbeiter im Vorfeld geimpft worden waren, damit sie das Richtige sagen, wenn die Apple-Beauftragten ihnen Fragen stellen. In einem anderen Herstellerbetrieb wurde kurz vor dem Eintreffen der Delegation dafür gesorgt, dass die gröbsten Mängel beseitigt waren.

Dort, wo die Apple-Entsandten Mängel wie schlechte Belüftung oder Kinderarbeit festgestellt haben, wurden die Betriebe aufgefordert, diese Zustände entsprechend der Bedingungen, die der Apple „Supplier Code of Conduct“ vorschreibt, anzupassen bzw. zu optimieren.

Grundsätzlich ist zu erkennen, dass der US-Konzern, der seit 2007 regelmäßige Inspektionen der Zulieferbetriebe in Asien vornimmt, die Zahl der Stichproben jüngst angehoben hat und die Audits sehr ernst nimmt. Teil des Engagements rührt daher, dass Apple zuvor von Menschenrechtsorganisationen vorgeworfen wurde, die billigen Herstellerbetriebe in Asien auszunutzen und dabei die widrigen Arbeitsbedingungen vor Ort zu ignorieren.

Unter dem Namen „Corporate Social Responsibility“ werden ganze Geschäftsbereiche geschaffen. Mittlerweile sind immer mehr große Unternehmen wie Apple darauf erpicht, die Zustände in den Fabriken in Fernost zu überprüfen und dafür zu Sorgen, dass eine Art Kontrollinstanz etabliert wird, die die Rechte der Mitarbeiter vor Ort schützt und vertritt. Ob diese jedoch ausreichen, um tatsächlich für Besserung zu sorgen, ist fraglich.

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