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Landgericht Frankfurt spricht Rocker frei

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Land/Amtsgericht Frankfurt/Oder (Foto: Ralf Lotys cc-by)
Landgericht Frankfurt (Oder): Freispruch für Rocker
Land/Amtsgericht Frankfurt/Oder (Foto: Ralf Lotys cc-by)
Landgericht Frankfurt (Oder): Freispruch für Rocker (Foto: Ralf Lotys cc-by)

Zwei frühere Mitglieder, beide 28 Jahre alt, des in Brandenburg seit August 2009 verbotenen Motorrad-Clubs „Chicanos Barnim“, einer Untergruppe der „Bandidos MC“ standen seit dem 4. Januar 2012 in Frankfurt/Oder vor Gericht.

Ursprünglich sollte der Prozess bis zum 3. Februar dauern, doch nun fällte der Vorsitzende Richter des Landgerichts Frankfurt/Oder bereits am heutigen Montag das Urteil.
Mit dem Freispruch folgte das Gericht dem Plädoyer der Verteidigung.

Die Staatsanwaltschaft hingegen hatte für beide Angeklagte Haftstrafen gefordert. Für den ersten Angeklagten sechs Jahre und fünf Monate und für den Zweiten fünf Jahre und sechs Monate. Die Männer hätten, so der Vorwurf, bei ihrem Übergriff auf Mitglieder der Hells Angels MC den Tod ihres Opfers billigend in Kauf genommen, da sie sich der Möglichkeit tödlicher Stiche bewusst gewesen seien.

Dem Tatvorwurf zufolge sollen die Angeklagten 2009 in Finowfurt (Barnim) vier Mitglieder der Hells Angels, die mit einem Auto liegengeblieben waren, zunächst verprügelt, dann auf sie eingestochen und dabei zum Teil schwer verletzt haben. Einem Mann wurde mit einer Machete fast das Bein abgetrennt.

Urteilsbegründung des Gerichts: Beide Männer werden von dem Vorwurf der versuchten Tötung freigesprochen, da ihnen eine Tatbeteiligung nicht nachgewiesen werden konnte. Zum Zeitpunkt der Tat hatten die Täter Masken getragen – sie konnten daher nicht zweifelsfrei identifiziert werden.

Auf der Klinge der Machete, die als Beweisstück im Prozess diente, hätten sich zwar Fingerspuren eines der Angeklagten befunden –  da sich die Waffe jedoch für Jedermann zugänglich im Clubhaus befunden habe, sei eine Zuordnung nicht zweifelsfrei möglich, da auch Dritte sie genutzt haben könnten.

Beide Männer befinden sich wieder auf freiem Fuß und erhalten Haftentschädigung.

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