Start Wirtschaft Lehrstellendebakel findet keinen Zuspruch bei den Gewerkschaften


Lehrstellendebakel findet keinen Zuspruch bei den Gewerkschaften


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Regierung, Wirtschaftsverbände und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) konnten sich nicht einig werden. Nun wird das neue Ausbildungsabkommen ohne die Unterstützung der Gewerkschaften vollzogen. Die Forderung des Paktes besagt, dass bis 2014 eine jährliche Zahl von 60.000 neuen Lehrstellen in den deutschen Unternehmen geschaffen werden solle.

Die Wirtschaftsunternehmen können die 60.000 neuen Ausbildungsplätze jedoch nicht garantieren; die Stellen würden nur geschaffen, wenn sie auch besetzt werden könnten. Die Arbeitgeberverbände der Wirtschaft lehnen diese Auflagen ab und stellten sich somit entschieden gegen die Gewerkschaften.

Letztere ließen sich trotz lang andauernder Debatten und Vermittlungsbemühungen durch die Bundesregierung nicht von ihrem Standpunkt abbringen und waren zu keinem Kompromiss bereit. Resultat der Debatte ist, dass der DGB, wie auch schon in den vorherigen Jahren, die Neuauflage des Vertrags nicht unterzeichnete.

Die Präsidenten der beteiligten Wirtschaftsverbände BDA, BFB, DIHK und ZDH haben daher alleine mit der Bundesregierung den „Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland“ für weitere vier Jahre verlängert. Der bereits 2004 ins Leben gerufene Pakt hat zum Ziel, jedem ausbildungswilligen Jugendlichen eine Lehrstelle zu beschaffen, um so den Fachkräftemangel zu beheben.

Gerade im aktuellen Ausbildungsmarkt zeigen sich positive Folgen des demografischen Wandels und das anhaltende Wirtschaftswachstum wirkt sich positiv auf das Lehrstellenangebot der Unternehmen aus. Doch die Zahl der Nachfrager sinkt. In einigen Regionen herrscht bereits ein Mangel an Bewerbern.

Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP) bedauert die inhaltlichen Differenzen. Seiner Meinung nach hätte die Teilnahme der Gewerkschaften „mit ihren Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt“ durchaus zusätzliche Anregungen bedeutet. Fragen wie zum Beispiel die Diskussion um die zwei- statt dreijährige Ausbildungsdauer oder, ob der Jugendarbeitsschutz im Gastgewerbe gelockert werden darf müssen die Wirtschaftsverbände und die Politiker künftig alleine klären. Viele dieser Aspekte werden von den Gewerkschaften kritisiert.

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