Start Panorama Letzter Tag vor Gerichtsferien im Kachelmann-Prozess

Letzter Tag vor Gerichtsferien im Kachelmann-Prozess

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Vor dem Mannheimer Landgericht begann heute der 22. und letzte Prozesstag vor den Feiertagen gegen den, wegen Vergewaltigung angeklagten 52-jährigen Jörg Kachelmann. Gestern hatte ein DNA-Gutachten Jörg Kachelmann durch geringe Aussagekraft entlastet.

Zwei Polizeibeamte, die das mutmaßliche Opfer direkt nach der angeblichen Tat  vernommen haben, wurden im Sitzungssaal 1 vom Gericht befragt.

Zu Beginn des Tages standen Entscheidungen zu den beiden Anträgen, die von Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn, gegen die Psychologin Luise Greuel wegen Befangenheit und  zur Durchsuchung der Redaktionen von „Focus“ und „Bunte“ gestellt hatten, noch aus.

Die ersten Zeugenvernehmung begann unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit einer Polizeibeamtin, die das mutmaßlich Opfer nach der vermeintlichen Tat befragt hatte. Die 5. Große Strafkammer will prüfen, ob die Angaben mit der Aussage der Hauptbelastungszeugin vor Gericht übereinstimmen.

Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn befürwortete den Ausschluss, soweit es um die Schilderung der angeblichen Vergewaltigung geht, will aber, dass die Öffentlichkeit wieder zugelassen wird, wenn es um nicht mehr persönliche Bereiche der Hauptbelastungszeugin geht.

Mit der Begründung, es bestehe „Kein Verdacht auf Beeinflussung“ wies das Gericht im weiteren Verlauf des Prozesstages den Antrag auf Durchsuchung der  Redaktionsräume von „Focus“ und „Bunte“ zurück. Umgehend erwog Kachelmanns Anwalt einen Befangenheitsantrag gegen das Gericht zu stellen.

Bis zum nächsten Termin, der am 19. Januar vom Gericht angesetzt ist, wird Jörg Kachelmann nun zunächst Pause haben. Nach wie vor schweigt er zu den Tatvorwürfen.

Mit Sicherheit würde Kachelmann lieber die derzeitigen Wetternachrichten moderieren, statt mit unbewegter Miene und schweigend im Gerichtssaal zu sitzen.