Start Panorama Loveparade 2010: Erster Jahrestag des Unglücks

Loveparade 2010: Erster Jahrestag des Unglücks

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Fotos von Opfern der Loveparade 2010. Foto: Mario Ernst
Gedenkstelle mit Fotos der Opfer. Foto: Mario Ernst

Heute schreiben wir den 24. Juli und damit den Tag, an dem vor einem Jahr in Duisburg aus einer friedlichen Veranstaltung für Techno-Fans und Raver aus dem gesamten Bundesgebiet eine Katastrophe wurde, die mehrere Menschenleben kostete und viele Angehörige und Überlebende teils bis heute traumatisiert zurückliess.

Am 24. Juli 2010 war es bei der Passage des Besucherstroms durch einen Tunnel zu einer Massenpanik gekommen, in deren Verlauf oder Folge insgesamt 21 Menschen starben und über 500 Personen verletzt wurden.

Vorwürfe gegen den Veranstalter

Bereits kurz nach dem Ereignis waren Stimmen laut geworden, die sowohl der Stadtverwaltung von Duisburg als auch der Polizei eine Schuld bzw. Mitschuld an dem Unglück und der großen Zahl der Opfer gaben.

So wurde etwa kritisiert, dass die gewählte Strecke für eine derartige Parade gänzlich ungeeignet gewesen sei, die Stadt Duisburg habe lediglich aus Gründen des Prestiges und finanziellen Interessen das Event ausgerichtet und dabei Sicherheitskonzepte vernachlässigt.

Vorwürfe gegen die Polizei

Weitere Vorwürfe richten sich auch gegen die Koordination der Polizeikräfte, soll es doch zum Zeitpunkt des Unglücks einen Schichtwechsel gegeben haben, der ein effektiveres Eingreifen der Polizei verhindert habe.

Nachwirkungen der Loveparade

Fotos von Opfern der Loveparade 2010. Foto: Mario Ernst
Gedenkstelle mit Fotos der Opfer. Foto: Mario Ernst

Das Unglück rief Bestürzung hervor, nach einer ersten spontanen Niederlegung von Blumen finden sich auf der Treppe über die viele Menschen zu fliehen versuchten, heute ovale Tonkrüge, in denne immer frische Vergissmeinnicht sind. Auch 21 Kreuze für die Opfer finden sich dort, ebenso ewige Lichter.

Nach dem Willen von Angehörigen, soll besonders der Bereich um die Treppe herum als Gedenkstätte erhalten bleiben, während ein Privatunternehmer dort ein Möbelhaus errichten  möchte und das Gelände bereits abgesperrt hat.

Mehrere Bürgerinitiativen stehen dagegen und rufen mit Unterschriftensammlungen zur Unterstützung auf, eine Entscheidung steht noch aus.

Doch unabhängig davon, ob dort eine Gedenkstätte entstehen wird, oder tatsächlich einer einzigen Person oder Institution die Hauptschuld an dem Unglück anzulasten ist – die Katastrophe selbst wird sicher noch lange mit dem Namen der Stadt Duisburg verbunden sein.

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