Start Reisen und Touristik Lufthansa: Mit Biosprit hoch hinaus

Lufthansa: Mit Biosprit hoch hinaus

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Lufthansa ist die erste Fluggesellschaft weltweit, die den Einsatz von Biokerosin im Linienverkehr erproben möchte. Geplant ist, dass ab April kommenden Jahres ein Triebwerk eines Airbus A321 während eines Zeitraums von sechs Monaten mit einem Kerosin-Gemisch versorgt wird, das zur Hälfte aus Biosprit besteht. Getestet wird dies auf der Strecke Hamburg-Frankfurt.

Ziel der Lufthansa sei es, in etwa 10 bis 15 Jahren dem Flugbenzin generell einen Anteil von fünf bis zehn Biokraftstoff beizumischen, heißt es in Unternehmenskreisen. So könne der Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid reduziert werden. Das Testprojekt allein könne dafür sorgen, dass in den sechs Monaten 1500 Tonnen CO2 gespart werden. Außerdem geht man davon aus, dass bei der Verbrennung des synthetischen Treibstoffs deutlich weniger Rußpartikel entstehen.

Hauptsächliches Ziel der sechsmonatigen Testphase sei es, die Auswirkungen von Biotreibstoffen auf Wartung und Lebensdauer von Triebwerken zu untersuchen, sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber am Montag in Berlin.

Das Projekt kostet 6,6 Millionen Euro, wovon die Bundesregierung 2,5 Millionen subventioniert. Für den Test wird ein Gemisch verwendet, das zu 60 Prozent aus dem Öl der subtropischen Jatropha-Pflanze sowie aus Rapsöl und tierischen Fetten besteht. Hersteller ist das finnische Unternehmen Neste Oil. Das Endprodukt ist etwas leichter als Kerosin aus Erdöl und habe bei gleicher Menge einen vier Prozent höheren Energiegehalt.

Jedoch wird der Biosprit noch nicht in industrieller Massenproduktion hergestellt, was den großflächigen Einsatz für die nächsten zehn Jahre verhindern werde. Gegenwärtig ist der synthetische Sprit noch drei- bis viermal so teuer wie Kerosin.

Motivation für das Engagement in die energieeffiziente Spritalternative ist das EU-Vorhaben, das ab 2012 den Flugverkehr in den Handel mit Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten einbeziehen wird. Die Fluglinien werden voraussichtlich im größeren Umfang Rechte zukaufen müssen. Die Lufthansa rechnet 2012 mit einem niedrigen, dreistelligen Millionenbetrag hierfür.

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