Massive Cyberangriffe auf japanische Atomkraftgegner

Massive Cyberangriffe auf japanische Atomkraftgegner

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Cyber-Angriffe auf Organisationen japanischer Atomkraftgegner (Foto: Alan Cleaver cc-by)

Seit Mitte September sind mindestens 33 Bürgerinitiativen und deren Organisationen – die meisten von ihnen  Atomkraftgegner – Ziel von massiven Angriffen durch so genannte „Denial-of-Service“ (DoS) Angriffen geworden.

Nach der Auswertung von Spuren sind Experten zu dem Schluss gelangt, dass die Täter jeweils eine Kontakt-E-Mailadresse von der Webseite einer der Gruppen nahmen und durch ein Programm dafür sorgten, dass unter Vortäuschung dieser E-Mailadresse bei der Webseite einer anderen Gruppe bis zu 300 Mal pro Minute versucht, Anfragen zu stellen, oder Newsletter zu bestellen, was die Server überlastete.

Offenbar wollten die unbekannten Täter durch die Nutzung der E-Mail-Adressen von Atomkraftgegnern bei Angriffen die unterschiedlichen Organisationen gegeneinander ausspielen.

Die ersten Schwemme am Spam-Mails begann am 18. oder 19. September und führte zu einem Bombardement mit 2,53 Millionen E-Mails. In einer zweiten Angriffswelle gegen zwei Anti-Atomkraftgruppen, die zwischen dem 24. Oktober und 4. November andauerte, folgten mehr als 430.000 E-Mails.

Im Text mindestens einer E-Mail befanden sich Morddrohungen gegen Atomkraftgegner – dort heißt es, der Weltfrieden könne niemals erreicht werden, so lange nicht alle Atomkraftgegner getötet sind. Die Rechtsanwälte der Anti-Atom-Organisationen wollen nun Klage gegen unbekannt einreichen.

Es ist das erste Mal, dass japanische Bürgerrechtsbewegungen gezielt angegriffen wurden. Über die Angriffe berichteten Kyodo und Asahi Shimbun.

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