Start Aktuelles Mathematik-Genie schlägt Preisgeld aus

Mathematik-Genie schlägt Preisgeld aus

1077
0
TEILEN

Der zurückgezogen in St. Petersburg lebende und dort als kauzig geltende Mathematiker Grigori Perelman hatte 2002 eines der größten Rätsel der Mathematik, das 1904 vom Franzosen Henri Poincaré (1854-1912) aufgestellt worden war, gelöst und sollte hierfür jetzt mit dem Milleniums-Preis des Clay Mathematics Institute (USA) in Form eines Preisgelds von einer Million Dollar (816.000 Euro) geehrt werden. Perelman lehnte die Auszeichnung jedoch ab.

Das ist jedoch nicht das erste Mal, dass der russische Mathematiker jüdischer Abstammung eine entsprechende Ehrung ausschlägt. Unter anderem hatte er zuvor die Fields-Medaille abgelehnt, die ihm in Spanien ebenfalls für den Nachweis der Poincaré-Vermutung, die bis zu diesem Zeitpunkt als eines der sieben bedeutendsten ungelösten Probleme der Mathematik galt, verliehen werden sollte.

Als Begründung für seine Entscheidung gab Perelman an, er betrachte die Wahl des Gewinners als unfair gegenüber anderen Mathematikern, speziell der US-Amerikaner Richard Hamilton habe absolut gleichwertige Arbeit auf dem Gebiet der Poincaré-Lösung geleistet. Generell sei er unzufrieden mit der Organisation der mathematischen Gesellschaft, die ungerechte Entscheidungen fälle.

Während sich Grigori Perelman Berichten zufolge unter anderem aus den genannten Gründen gänzlich aus der mathematischen Karriere zurückgezogen hat, ist der genaue Verwendungszweck des Preisgeldes jedoch noch unklar. Zwar soll der Millionenbetrag nun der Förderung der Mathematik dienen, auf welche Weise dies geschehen soll, ist allerdings bis jetzt ungeklärt. Eine entsprechende Entscheidung soll bis zum Herbst getroffen werden, das Ergebnis werde dann auf der offiziellen Webseite des amerikanischen Clay-Instituts öffentlich bekanntgegeben.