Start Panorama Mongols MC: Rocker räumen in Kiel das Feld

Mongols MC: Rocker räumen in Kiel das Feld

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Bei einer Durchsuchung am Donnerstag fanden Ermittler einer Sonderkommission des LKA (Landeskriminalamt) in der Wohnung des 31-Jährigen Anführers der „Mongols MC“ Kiel und im Vereinsheim in der Stoschstraße in Gaarden drei Schusswaffen, zwei Messer, zwei Teleskopschlagstöcke und zwei Schlagringe. Bei den Schusswaffen, so der Sprecher des LKA Stefan Jung, handele es sich nach ersten Bewertungen nur um Gas- und Schreckschusswaffen.

Das gegen den Anführer der „Mongols MC“ geführte Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf unerlaubten Waffenbesitz, erlaubte der LKA-Sonderkommission die Durchsuchung.

Doch neben den Umständen die seine Person betrafen, hatte der 31-Jährige weitere Informationen zur Situation des Motorradclubs. So erklärte er gegenüber den Beamten, die geplante Clubhauseinweihung werde nicht stattfinden, da sich der „Mongols MC Kiel“ bereits aufgelöst habe.

Nach Ansicht des LKA sei der stetige Druck durch die Polizei die Ursache für die Auflösung gewesen, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes am Freitag mitteilte. In Anbetracht der Tatsache, dass der konkurrierende Motorradclub der „Hells Angels“ bereits vor einer möglichen Etablierung des „Mongols MC“ vor Ort präsent war, könnte man allerdings auch andere Hintergründe vermuten, als die genannte Polizeiarbeit.

Aus bauordnungsrechtlichen Gründen hatte die Stadt Kiel in Zusammenarbeit mit der Polizei bereits am Montag das Clubhaus geschlossen und dabei die Banner der Vereinigung von der Fassade entfernt.

Ohnehin hatten die „Mongols MC“ keinen guten Start in Kiel. Unbekannte hatten bereits kurz nach der Eröffnung des Clubheims die Scheiben eingeschlagen. Anfang September prügelten auf offener Straße zwei Mitglieder der „Tigers“ auf ein Mitglied der „Mongols MC“ ein. Zwar waren die flüchtigen Täter kurz nach dem Überfall gefasst, jedoch später wieder freigelassen.

Mit der jetzigen Auflösung der Ortsgruppe hielten sich die „Mongols“ gerade mal einen Monat in Kiel. Zuvor war der Motorrad-Club in Bremen verboten worden, nachdem dessen Mitglieder eine Schlägerei mit den dort bereits ansässigen „Hells Angels“ provoziert hatten. Damit ist Kiel nun eine weitere Stadt, in der es dem Mongols MC nicht gelungen ist Fuß zu fassen.

Stefan Jung, Sprecher des LKA sagte, man werde das Konzept der Null-Toleranz-Strategie bei allen beteiligten Behörden und Ämtern auch zukünftig weiterverfolgen. Ob es sich dabei tatsächlich um den einzigen Grund für den Rückzug handelt, bleibt indessen fraglich.

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