Nepal: Die Lage nach dem Großbeben

Nepal: Die Lage nach dem Großbeben

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Fünf Tage ist es her, seit ein schweres Erdbeben mit einer Magnitude von 7,9 am Samstag den Himalaya-Staat Nepal erschütterte. Täglich steigen die offiziellen Angaben zu Todesopfern und Vermisstenzahlen in dem asiatischen Land.

Todesopfer, Verletzte und Schäden

Nach offiziellen Angaben gibt es bislang 5.027 Todesopfer und mindestens 10.265 Verletzte. Auch die Schäden an Gebäuden und Infrastruktur sind immens.

Man geht derzeit von mindestens 104.867 völlig zerstörten Häusern und Teilschäden an etwa 77.895 weiteren Gebäuden aus. Weitere Opfer und Folgeschäden sind nicht zuletzt aufgrund von Nachbeben und Lawinen nicht ausgeschlossen.

Auch im angrenzenden Indien und China gibt es Todesopfer, so dass die tatsächliche Gesamtzahl über 5.100 liegt.

Erste Versorgung durch Helfer schwierig

Zunächst war es ausländischen Helfern in Nepal nicht möglich, in die besonders betroffenen Gebiete vorzudringen.

Ein Team aus 240 israelischen Soldaten, die dort am Sonntag eintrafen, gehörten zu den ersten ausländischen Einheiten im Land. Sie eröffneten in der Hauptstadt Kathmandu ein Feldlazarett.

Japan, dass historisch lange Erfahrungen mit Großbeben hat, entsandte ebenfalls Helfer nach Nepal. Ein Team aus 270 Personen, darunter Ärzte und Luftversorgungsexperten wurde in Bewegung gesetzt.

Die langsame Hilfe in Nepal hat vor allem logistische Gründe, die das kleine Land offenbar überfordern.

So erhielt etwa eine Katastrophenhilfe-Einheit der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) am Montag keine Landeerlaubnis in Kathmandu, da der Flugverkehr dort extrem zugenommen hat.

Gesellschaftliche Entwicklungen

Politisch entlädt sich die Verzweifelung und Unzufriedenheit der Bevölkerung in öffentlichen Protesten in der Hauptstadt Kathmandu. Dort wurden Rücktrittsforderungen wegen des schlechten Katastrophenmanagements laut.

Nepalesische Gruppen und Organisationen im Ausland begannen mit Spendenaktionen, so auch in Japan. Dort leben etwa 40.000 Nepalesen.

Über die Ereignisse berichten praktisch alle internationalen Medien, so auch Kyodo und NHK.

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