Start Wirtschaft Neue Marschrichtung: Schlecker setzt auf faire Personalführung

Neue Marschrichtung: Schlecker setzt auf faire Personalführung

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Es herrscht ein neuer Wind im Hause Schlecker. Im größten Drogeriemarkt Deutschlands hat sich einiges geändert, seitdem die Kinder des Unternehmensgründers Anton Schlecker stärker in die Geschäftsprozesse und Entscheidungen involviert sind. So haben die Mitinhaber Meike und Lars Schlecker veranlasst, dass die Filialen deutschlandweit saniert werden. Und nun sorgen sie auch dafür, dass das Firmenimage aufpoliert wird.

Denn vor allem wegen schlechter Personalführung ist Schlecker hierzulande bekannt. Oft haben üble Geschichten über die Art und Weise, wie Mitarbeiter der Drogeriekette von ihren Vorgesetzen behandelt werden, Schlagzeilen gemacht. Lohndumping, Mobbing, Schikane und andere Diskriminierungen sollen nun ein für alle Mal der Vergangenheit angehören.

Denn ein neu entwickeltes Regelwerk soll den Vorgesetzten genaue Anweisungen geben, wie sie mit ihren Mitarbeitern umzugehen haben. Ab Ende dieses Monats sollen die Schulungen beginnen, in denen die leitenden Angestellten lernen sollen, wie ein fairer Umgang mit den Angestellten aussieht. Wer nicht nach den Vorgaben handelt, kann im Nachhinein mit Sanktionen rechnen, so die Schlecker-Kinder am Mittwoch.

Meike Schlecker betonte, dass sie mit den schriftlichen und verbindlichen Regularien eng mit der Verdi zusammengearbeitet haben. Die Arbeitnehmerrechte sollen in Zukunft sehr viel stärker berücksichtig werden. Im Falle eines Konfliktes solle der Betriebsrat frühzeitig eingebunden werden, heißt es in den Richtlinien.

Die Gewerkschaft Verdi wiederum lobte das neue Personalkonzept Schleckers, aber mahnte jedoch auch, dass nun schnell Taten folgen müssten. Denn bislang handle es sich schließlich nur um eine Absichtserklärung.

In Deutschland beschäftigt Schlecker rund 34.000 Mitarbeiter, europaweit hat die Drogerie-Kette ungefähr 47.000 Angestellte. Größte Konkurrenten sind hierzulande dm und Rossmann. Im vergangenen Jahr belief sich der europaweite Umsatz Schleckers auf rund 6,55 Milliarden Euro, während er 2010 gut 7,2 Milliarden Euro betrug. Von den derzeit 7800 Filialen in Deutschland sollen noch in diesem Jahr bis zu 700 vom Netz genommen werden. Die rund 3000 Auslandsfilialen liefen nach Aussage Lars Schleckers aber gut.

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