Start Wirtschaft Neue Übernahme in der Strombranche

Neue Übernahme in der Strombranche

596
0
TEILEN

Der Essener Industriekonzern Evonik verkauft seine Energiesparte für knapp vier Milliarden Euro an ein Bündnis der nordrhein-westfälischen Stadtwerke. Am Montag hat das Konsortium der Stadtwerke den offiziellen Zuschlag für die Energie-Tochter des Evonik-Konzerns, dessen operative Aktivitäten sich in den drei Geschäftsfeldern Chemie, Energie und Immobilien bündeln, erhalten. Somit wurde der Startschuss für einen neuen deutschen Energieriesen gegeben.

Das Bündnis der Stadtwerke in Essen, Duisburg, Bochum und Dortmund wird vorerst 51 Prozent an der ehemaligen Evonik Steag GmbH erhalten. Das Energieunternehmen ist derzeit der fünftgrößte Stromversorger Deutschlands. Neun Steinkohlekraftwerke betreibt das Unternehmen in der Bundesrepublik und es ist mit Kraftwerken auch in der Türkei, in Kolumbien sowie auf den Philippinen präsent. Für eine spätere Komplettübernahme lassen sich die Stadtwerke eine Option offen. Bis Mitte 2011 haben sie Zeit, sich zu entscheiden.

Evonik verfolgt mit dem Verkauf seiner Energiesparte das primäre Ziel, sich verstärkt auf seine Chemiegeschäfte zu fokussieren. Das Bündnis der Stadtwerke erhofft sich mit der Übernahme der 51 Prozent und der eventuellen Aufstockung um die noch fehlenden 49 Prozent eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit. Mit unter anderem dem Fokus auf erneuerbaren Energien versuche man sich gegenüber den großen Konkurrenten wie E.on, RWE, EnBW und Vattenfall auf dem hart umkämpften Energiemarkt zu behaupten.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres hatte das Geschäftsfeld Energie von Evonik einen Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro erwirtschaftet. Die ehemalige Steag wird mit einem Gegenwert von 3,77 Milliarden Euro bewertet. Evonik würden damit insgesamt rund 1,24 Milliarden Euro – bereinigt – für den Verkauf der gesamten Steag zukommen.

Monatelang hat das Tauziehen um die Energiesparte Evoniks nun angedauert. Nicht nur das Bündnis der regionalen Stadtwerke war interessiert. Auch die tschechische EPH-Holding und der Remondis-Konzern hatten mitgeboten. Doch letzten Endes hatte sich das Konsortium durchgesetzt.

Der Aufsichtsrat Evoniks und das Kuratorium der RAG-Stiftung – Mehrheitseigner von Evonik und Dachgesellschaft des deutschen Steinkohlebergbaus – müssen dem Verkauf an die Stadtwerke jedoch noch zustimmen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here