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Neuer Activia-Becher wird abgemahnt

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Von Verbrauchertäuschung ist laut „Welt Online“ die Rede. Die neue Verpackung des aus dem Hause Danone stammenden probiotischen Joghurts „Activia“ wird nach Angaben der Zeitung von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) abgemahnt. Grund sei die offensichtliche Täuschung der Verbraucher, dem durch die Werbetexte auf dem Joghurtbecher glaubhaft gemacht wird, die Verpackung sei umweltfreundlicher als herkömmliche.

Berufen tut sich der Lebensmittelhersteller darauf, dass für die Herstellung des Bechers ein Biokunststoff verwendet wird, der auf Basis von Maisstärke produziert wird und aus Polymilchsäure (PLA) besteht. Daher wirbt Danone auf der Verpackung mit den Worten, dass der Becher „aus nachwachsenden Rohstoffen“ bestehe.

Aufgrund der Verwendung eines Biostoffes schlussfolgere Danone laut Zeitungsbericht, dass die neue Activia-Verpackung verglichen mit dem bisher verwendeten Becher, der aus Polystyrol bestand, 25 Prozent weniger Treibhausgase erzeugt. Außerdem wirbt das Unternehmen damit, dass der Verbrauch von Rohstoffen durch das neuartige Verpackungsmaterial um 43 Prozent gesenkt werden könne.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält dies für abwegig. Sie weiß darum, dass mit dem neuen Verpackungsverfahren auch Nachteile kommen, die der Umwelt schaden. Es wird von Feinstaubemission und der Belastung von Böden und Gewässern gesprochen.

Da Danone diese Nachteile verschweigt und nur die Vorteile prominent herausstellt, warf die DHU dem Lebensmittelkonzern eine „ungewöhnlich dreiste Art der Verbrauchertäuschung“ vor. In den Medien erfuhr Danone selber heute erstmalig, dass die Organisation eine Klage plane.

Danone wiederum sehe keinerlei irreführende Werbung in der Kommunikation rund um den neuen Becher. Der Verbraucher habe auf der Internetseite komplexe Möglichkeiten, sich über die Hintergründe zu dem neuen Verpackungsmaterial zu informieren. Daher habe Danone sich laut „Welt Online“ geweigert, eine von der DUH geforderte Unterlassungserklärung zu unterschreiben.

Die Umwelthilfe wolle nun vor Gericht ziehen. Auch die Verbraucherorganisation „Foodwatch“ zieht nun nach. Hier lautet die Kritik ähnlich: Danone fokussiere sich mit den Werbetexten auf dem Becher zu sehr auf die Vorteile und verschweige die Nachteile. Das sei Verbrauchertäuschung.

Foodwatch hat den Activia-Joghurt ohnehin schon auf dem Kicker. Dieses Jahr erhielt Danone für dieses Produkt den „Goldenen Windbeutel“ für die „frechste Werbelüge“. Die Verbraucher hatten den Joghurt hinter der „Milchschnitte“ auf den zweiten Platz gewählt, da Foodwatch stark anzweifelt, dass der Joghurt die Darmflora tatsächlich unterstütze.

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