Start Wirtschaft Neues Urteil: „Schwarzsurfen“ ist nicht strafbar


Neues Urteil: „Schwarzsurfen“ ist nicht strafbar


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Das Landgericht Wuppertal hat am gestrigen Mittwoch eine Grundsatzfrage im Zeitalter des Internets geklärt. Wählt sich ein Internet-User in ein unverschlüsseltes WLAN-Netz ein, um mit seinem Computer oder Laptop online gehen zu können, so ist dies nicht strafbar.

Viele Haushalte nutzen mittlerweile drahtlose WLAN-Verbindungen, um in den eigenen vier Wänden online zu sein. Teilweise kann es sein, dass das Funknetz sehr weit strahlt; manchmal so weit, dass auch die Nachbarn bei der WLAN-Abfrage in ihrem Haus dieses Netz zur Auswahl bekommen und darüber das Internet empfangen können.

Die Verbindung kann eventuell nur sehr schwach sein, doch reicht sie oft aus, um damit problemlos ins Internet zu gehen. Das kann jedoch nur passieren, wenn die eigentlichen „Besitzer“ des WLAN-Netzes vergessen haben, ihre Verbindung zu verschlüsseln oder absichtlich kein Passwort für ihr Hausnetzwerk vergeben.

Das mag ungerecht erscheinen, doch laut Strafkammer tut man nichts Strafbares, wenn man sich in ein offenes Drahtlosnetz einwählt. Laut Beschluss des Wuppertaler Landgerichtes verstöße man weder gegen Telekommunikations- und Datenschutzvorschriften noch gegen das Strafgesetzbuch.

Es wurde unter anderem darauf verwiesen, dass weder bei der Einwahl noch beim „Schwarzsurfen“ personenbezogene Daten im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes abgerufen würden. Auch der Tatbestand des versuchten Computerbetrugs oder des Erschleichens von Leistungen sei nicht erfüllt.

Die meisten Internet-Nutzer gehen heutzutage mit einer so genannten Flatrate online. Mit dieser Art von Tarif erhalten sie ein monatliches Gesamtpaket, so dass sie so viel surfen können wie sie wollen. Da also keine Einzelabrechnungen getätigt werden, fällt die Einwahl durch fremde Nutzer in ein Netz auf der Rechnung nicht auf.

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