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Nicht vergessen: Heute ist Welt-Alzheimer-Tag

1992
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Am heutigen Welt-Alzheimer-Tag gilt es nicht dümmliche Witzchen zu reissen („Was hast du gesagt?“), sondern es handelt sich um eine Gelegenheit sich über eine Krankheitsform zu informieren, die prinzipiell jeden treffen kann – denn bei der Alzheimer-Krankheit handelt es sich um die am häufigsten auftretende Form der Demenz.

Welche neurologischen Umstände im Gehirn den Prozess der Demenz und der Alzheimer-Krankheit im Gehirn auslösen, ist bis heute unter Wissenschaftlern strittig. Die noch unheilbare und stetig fortschreitende Krankheit trifft nach dem Stand der bisherigen Erkenntnis vor allem ältere Menschen.

Zahlen aus der Neurologie der Universitätsklinik Köln belegen, dass etwa drei bis vier Prozent der 70 bis 74- Jährigen dement sind. Sieben Prozent der 75 bis 79-Jährigen leiden unter Demenz. Erschreckend ist die Zahl derer, die im Alter von 85 bis 87 Jahre alt sind. In dieser Altersgruppe leidet jeder vierte Patient an Demenz und bei den Menschen, die das 90. Lebensjahr erreicht oder überschritten haben, geht man von mindestens 30 Prozent aus.

Menschen die an der Alzheimer-Krankheit leiden, verlieren mit der Zeit alle erworbenen Fähigkeiten. Fast alle Erinnerungen an die eigene Person, ihrer Umgebung und an nahe Angehörige sind ausgelöscht. Sie werden orientierungslos. Hin und wieder gibt es zwar „lichte“ Momente, bei dem die kognitiven Fähigkeiten wieder vorhanden zu sein scheinen, diese werden jedoch immer seltener, je weiter die Krankheit fortschreitet.

Der Psychiater Alois Alzheimer (1864-1915) beschrieb die nach ihm benannte Krankheit 1906 zum ersten Mal in der „Städtischen Anstalt für Irre und Epileptische“ in Frankfurt. Vor gut 100 Jahren brachte ein Mann seine völlig orientierungslose und verwirrte Ehefrau Auguste Deter zu Alois Alzheimer.

Die Frau wurde nach dem Tod von Alzheimer obduziert. Vor allem untersuchte der Arzt das Gehirn und stellte fest, dass sich in der gesamten Hirnrinde und in den abgestorbenen Nervenzellen Eiweißablagerungen befanden.

Tatsächlich stellten sich diese Ablagerungen als Symptom der Erkrankung heraus. Die Eiweißfragmente lagern sich unauflöslich im Gehirn ab, dadurch wird die Reizübertragungen zwischen den Hirnzellen gestört. Die Zellen werden funktionsuntüchtig und sterben nach und nach ab.

Für Alzheimer Patienten gibt es nach wie vor zu wenig Pflegeeinrichtungen – die Bundesregierung hat dafür kein Geld. Mit der finanziellen Unterstützung europäischer Nachbarn, die offenbar selbst nicht genug Anstrengungen unternehmen um ihre Krise zu bewältigen, ist wieder einmal ein Umstand gefunden, dem stattdessen Priorität eingeräumt wird.

In Deutschland pflegen tausende von Angehörige ihre an Alzheimer erkrankten Familienmitglieder und bekommen kaum Unterstützung von Pflegediensten, geschweige denn eine angemessene Entschädigung. Teilweise pflegen Angehörige die Erkrankten bis zum Rand der Erschöpfung. Die Menschen in unserem Land werden immer älter und somit das Problem von qualifizierten Einrichtungen immer dringlicher. Auch das somit ein Punkt, mit dem man sich an diesem Tag einmal auseinandersetzen sollte – bevor man es vergisst.

3 KOMMENTARE

  1. Och, man könnte die Überschrift auch als philosophische Mahnung sehen.Aber einen hätte ich dann doch:

    „Demenz ist toll – man lernt jeden Tag neue Menschen kennen“.

    Soch, jetzt geh ich erstma n Gingium Ale trinken

  2. „Herr vergib Ihnen – denn sie (die Politiker) wissen nicht – was sie tun.“ … nämlich NICHTS und das wird ihnen teuer zu stehen kommen – spätestens bei den nächsten Wahlen! Auch ich (70 Jahre) werde sie nicht (wieder) wählen. Da zieh ich mir die „Piraten“ vor – ihre Ansichten berühren mich „menschlich“ … sie haben die „guten alten Tugenden“ auf ihre Fahne geschrieben – das lässt hoffen.
    Babs

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