Start Wirtschaft Opel-Werk soll unter den Online-Hammer

Opel-Werk soll unter den Online-Hammer

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Das Opel-Werk im belgischen Antwerpen ist seit dem 15. Dezember geschlossen; der Betrieb ist vom Mutterkonzern General Motors komplett eingestellt worden. Ursprünglich wurde an dem Traditionsstandort Opels vor allem das Modell Astra produziert und 2600 Menschen hatten hier eine feste Arbeitsstelle. Nun ist auf der Internetseite des auf den Verkauf von Industrie- und Handelsanlagen spezialisierten Aktions-Unternehmens Maynards zu lesen, dass bis März dieses Jahres Produktionsanlagen des Opel-Werkes in Antwerpen zur Versteigerung stünden.

Aus dem Hause Opel wurde dies weder bestätigt noch dementiert. Fakt ist, dass man einen Investor für das Werk suche, so ein Sprecher Opels. Doch da dies bislang nicht von Erfolg gekrönt war, kam es im Dezember zur Schließung des Antwerpener Werkes – nachdem 2010 und in den vorherigen Jahren bereits immer mehr Stellen abgebaut wurden.

Das Aktionshaus Maynards schließt nicht aus, dass es zu einer Online-Versteigerung des Werkes kommen könne. Sollte sich bis März kein Interessent finden, wird es zu einer Auktion kommen. Diese muss jedoch nicht zwingend im Internet stattfinden. Das Gelände selbst, auf dem das Werk derzeit steht, ist nicht zur Versteigerung freigegeben.

Die Folgen der Werksschließung treffen die Region Antwerpen hart. Nicht nur die Mitarbeiter Opels haben ihren Job verloren, auch für die Zulieferer der Region sind Tausende Arbeitsplätze bedroht.

Die Hälfte der Opel-Belegschaft hatte das Werk bereits im Sommer 2010 verlassen. Die restlichen knapp 1300 Mitarbeiter sind seit Weihnachten in einer Beschäftigungsgesellschaft untergebracht. Diese soll ihnen bei der Jobsuche helfen. Für viele Antwerpener Familien bedeutet das Aus des Werkes, dass eine Tradition zu Ende geht, die in mehreren Generationen einen stabilen Arbeitgeber bedeutete.

Kritiker behaupten, dass GM absichtlich die Schließung des Werkes herbeigeführt habe. Über das gesamte Jahr 2010 wurde ein Investor für den Produktionsbetrieb des Autobauers in Antwerpen gesucht. Doch die Kandidaten waren nicht gut genug für den Mutterkonzern. Der Opel-Betriebsrat äußerte sich im Dezember zum Fall und gab die Vermutung laut, dass der Konzern sich nie richtig bemüht habe, die Verkaufsgespräche zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.