Start Wirtschaft Otto will nun auch ins lukrative Arzneimittelgeschäft


Otto will nun auch ins lukrative Arzneimittelgeschäft


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Der Hamburger Versandhändler Otto plant noch in diesem Jahr, mit einem Pilotprojekt für eine Online-Plattform zum Versand von Medikamenten an den Start zu gehen. Ziel ist es, so geht es aus einem Bericht im Hamburger Abendblatt hervor, Hamburger Apotheken als Partner zu gewinnen.

Über die neu geschaffene Internetplattform soll den Kunden die Möglichkeit geboten werden, nicht verschreibungspflichtige Medikamente der teilnehmenden Apotheken zu bestellen. Otto ist nach dem US-Unternehmen Amazon der weltweit größte Online-Versandhändler. Dieses Know-How im E-Business können die Apotheker der Hansestadt nach Meinung des Otto-Vorstandschefs Hans-Otto Schrader nutzen.

Zunächst soll das Projekt nur in Kooperation mit Apotheken der Hansestadt an den Markt gehen. Ist es erfolgreich, so plant der Konzern einen bundesweiten Ausbau. Doch bislang stößt das Konzept nicht gerade auf Fürsprecher.

Vor allem die Lizenzgebühren und Umsatzprovision, die Otto von den potentiellen kooperierenden Apotheken dafür verlangt, dass sie die Otto-Internetseite als Vertriebsplattform nutzen dürfen, werden kritisiert.

Die „Partner Fee“ soll die Apotheken nach Angaben des Abendblatts im Jahr 1000 Euro kosten. Zudem verlangt Otto einer Einschätzung des Branchendienstes „Apotheke Adhoc“ zufolge eine Umsatzbeteiligung von 15 Prozent. Bestätigt wurden diese Zahlen von Otto jedoch nicht.

Zwar hat Otto viele Erfahrungen im Bereich des Internetgeschäfts, doch ist das Unternehmen im Falle eines Zustandekommens des neuen Geschäftsfeldes von den beteiligten Apotheken abhängig. Denn Otto selber hat keine Lizenz, um Medikamente zu vertreiben. Rechtlicher Vertragspartner mit dem Kunden und Auslieferer der Ware wären weiterhin die Apotheken selbst.

Nach Meinung Ottos sei das neue Angebot für die Verbraucher vor allem deshalb sehr interessant, da der Versandhändler mit fünf bis zehn teilnehmenden Partnerapotheken in der Lage wäre, ein breites Angebot an Medikamenten für den Versand zur Verfügung zu stellen.

Doch bislang haben sich in Hamburg noch nicht viele Apotheken für eine Kooperation mit Otto entschieden. Ursprünglich war geplant, dass das Pilotprojekt bereits im Juli starten sollte. Da es nicht genug Interessenten gab, wurde es auf einen nicht bekannten, späteren Termin in diesem Jahr verschoben.

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