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Personalabbau bei Bayer

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Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will deutschlandweit insgesamt 700 Stellen in seinem Gesundheitsbereich streichen. 500 davon betreffen Arbeitsplätze der Unternehmenstochter Bayer-Schering. Erst 2006 hatte Bayer in einem 16,5 Milliarden Euro starken Deal den Dax-Konzern Schering übernommen.

Der Leverkusener Konzern teilte am heutigen Donnerstag jedoch mit, dass das Sparprogramm ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen werde. Diese sind durch einen bis Ende 2012 gültigen Standortsicherungsvertrag ausgeschlossen. Die normale Fluktuation und Aufhebungsverträge sollen dafür sorgen, dass bundesweit erhebliche Einsparungen durch Arbeitsplatzkürungen erfolgen können.

Betroffen seien vor allem die Standorte Berlin, Leverkusen und Wuppertal. Vor allem ginge es neben der Gesundheitssparte um Kürzungen in der Verwaltung sowie im Bereich Marketing und Vertrieb. Weitere 300 Arbeitsplätze werden einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge in der Produktion sowie im Bereich Forschung und Entwicklung gestrichen. Diese Zahlen hat Bayer jedoch nicht bestätigt.

Trotz eines erfolgreichen Geschäftsjahres hatte der Bayer-Vorstandschef Marijn Dekkers Ende 2010 angekündigt, weltweit 4500 Stellen, in Deutschland insgesamt 1700 Stellen streichen zu wollen. Grund sind die gesunkenen Umsatzzahlen, die der einst so spektakulär vollzogene Neukauf der Schering AG derzeit mit sich bringt. Beispiele wie die bei Schering entwickelte Verhütungspille Yasmin oder auch das Multiple-Sklerose-Präparat Betaferon werden mittlerweile aufgrund der Konkurrenzprodukte nicht mehr so stark nachgefragt.

Lediglich die Chemiesparte scheint von dem doch sehr drastischen Sparprogramm verschont zu bleiben. Denn dort erzielt Bayer die höchsten Gewinne und ein stabiles Wachstum. Betriebsrat und Management sind momentan noch immer dabei, die Details des Stellenabbaus in den restlichen Sparten des Unternehmens zu bestimmen.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres wurde die Information laut, dass der Bayer-Chef Dekkers den Namen Schering aus dem Firmennamen streichen möchte. Dies war jedoch mit den restlichen Vorstandsmitgliedern nicht abgesprochen worden.

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