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Petition zum angeblichen EU-Heilpflanzenverbot unnötig

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Viele Medien berichteten vom Verbot klassischer Heilpflanzen durch die EU, nachdem sich eine entsprechende Meldung auf verschiedenen Wegen verbreitet und dabei für große Entrüstung gesorgt hatte.

Nun stellte sich heraus, dass es sich zwar nicht um einen Hoax, aber doch um einen kolossalen Massenirrtum handelt, der vermutlich von einer Webseite ausging, die bereits für seltsame Ansichten im Bereich von Gesundheit und Medizin bekannt ist.

Einmal im Umlauf, verbreitete sich der Aufruf zur Beteiligung an einer Petition gegen die vermeintlich bedrohliche EU-Richtlinie rasch.

Selbst als die Arzneimittelkommission der deutschen Heilpraktiker darauf hinwies, es handele sich um einen falsch dargestellten Sachverhalt und Panikmache, ging dies in der allgemeinen Empörung unter.

Tatsache ist jedoch: Die entsprechende EU-Richtlinie ist bereits seit 2005 Teil der deutschen Gesetzgebung, nachdem sie bereits im Jahr zuvor verabschiedet worden war.

Auch der Zeitpunkt in der Petitionsschrift ist falsch angegeben. Dort wird der 1. April als Datum des Inkrafttretens genannt, es handelt sich jedoch um den 30. April, der Stichtag für die Registrierung von traditionellen pflanzlichen Medikamenten durch ihre Hersteller ist.  Nach Ablauf dieser Frist werden unregistrierte Produkte nicht mehr für den Verkauf zugelassen.

Die Regelung, die der vereinfachten Zulassung von traditionellen pflanzlichen Arzneimitteln dient, hat somit nur Auswirkung auf EU-Mitgliedsstaaten die bislang noch über überhaupt keine entsprechende Regelung verfügten.

Deutschland ist aufgrund der eigenen Standards welche sich in wesentlichen Punkten mit den Vorgaben der EU decken, praktisch unberührt davon

Dazu kommt, dass die von Kritikern angeführten Beispiele wie Kamille oder Zimt ohnehin nicht davon betroffen gewesen wären, da sie als Lebensmittel deklariert sind, auch wenn sie Bestandteil traditioneller Rezepturen sind.

Der Petitionsausschuss des Bundestages wird sich aufgrund der großen Zahl an Unterzeichnern zwar mit der Petition befassen müssen, politische oder juristische Folgen wird dies jedoch wegen der oben genannten Gründe nicht haben.

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