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Playboy geht zurück an Hefner

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Er ist bereits 84 Jahre alt und sein einziges Kleidungsstück ist der seidene Morgenmantel. Er ist stets von zahlreichen Blondinen in knappen Outfits mit Hasenohren umgeben. Hugh Hefner ist der Gründer des wohl berühmtesten Männermagazins aller Zeiten. Nun holt er sich gemeinsam mit seiner Investorengruppe die volle Kontrolle über das Erotikunternehmen zurück. Er übernimmt die ausstehenden Anteile der Playboy Enterprises und will das Unternehmen von der Börse nehmen.

Der Deal ist dem Gründer des Bunny-Magazins einiges Wert: Hefners Unternehmen, die Icon Acquisition Holdings, bietet 6,15 Dollar pro Aktie, was einen Aufpreis von gut 18 Prozent auf den Schlusspreis vom Freitag darstellt. Nach monatelangen Verhandlungen hatte der Playboy Mutterkonzern am Montag endlich zugestimmt und das um 12 Prozent aufgestockte Angebot Heffners angenommen. Demnach ist der Konzern um Playboy bei einem Gesamtwert von 207 Millionen US-Dollar angekommen.

Dennoch, Sorgen um die Zukunft der Erotikbranche bleiben nach wie vor. Die Geschäfte liefen für das Häschen-Blatt in der jüngsten Vergangenheit keineswegs gut. Das Internet macht der Branche extreme Konkurrenz. Diverse Erotikseiten bieten den Nutzern kostenlose Angebote und Services. Da kann das traditionelle Hochglanzmagazin nicht mithalten.

Sinkende Werbeeinnahmen und geringere Verkaufszahlen sorgen für immer weniger Umsatz. Allein im dritten Quartal 2010 fuhr Playboy Enterprises einen Verlust von 27,4 Millionen Dollar ein. Insgesamt belasten das Unternehmen Schulden in Höhe von 115 Millionen Dollar. Schon seit geraumer Zeit ist das Imperium auf der Suche nach einem neuen Besitzer gewesen.

Gemeinsam mit dem Finanzinvestor Rizvi Traverse Management übernimmt der 84-Jährige den  angeschlagenen Unterhaltungskonzern. Sollte es zum Abschluss des Deals kommen und die Aktionäre das Gebot akzeptieren, so bedeutet dies, dass die US-Erotikfirma Friend Finder Network, Besitzer des Magazins „Penthouse“, im Wettstreit um die Übernahme des Playboy-Imperiums leer ausgeht. Und das, obwohl diese sich sogar mit einem höheren Gebot um die 1953 von Hefner gegründete Firma bemüht hatte.

Der Playboy-Konzern verdient sein Geld nicht nur mit dem berühmten Magazin. Unter dem Namen Playboy existieren zudem Nachtclubs, es gibt einen Radiosender und auch der Handel mit Merchandising-Produkten mit dem berühmten Häschen-Logo bringt nach wie vor Umsatz. Nach Aussage Hefners wird der jetzige Playboy-Chef Scott Flanders auch nach der Übernahme weiter für den Konzern arbeiten und an ihm beteiligt bleiben.

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